Bioshock

Getestetes System: Playstation 3
Weitere Systeme: XBox 360
Kategorie: 3D Shooter
VÖ: Oktober 2008
Entwicklungsstudio: 2K Games
Publisher: 2K Games
Alterseinstufung: 18+
   
Test von: Hermann
Version: PAL (UK)
Spracheinstellung: Englisch


Beschreibung

Nach einem Flugzeugabsturz findet sich der Spieler als einziger Überlebender im Meer treibend wieder, die einzige Hoffnung auf Rettung bietet ein nahes Riff mit einem Leuchtturm. Bei näherer Untersuchung findet er den Zugang zu einem Unterwassertransportsystem, welches in die Unterwasserstadt Rapture führt. Während der Spieler in die Tiefe sinkt erfährt er von den Visionen Andrew Ryans, unter dessen Leitung Rapture aufgebaut worden ist.

Ryan sieht seine Stadt als Zufluchtstätte vor den Zwängen und Grenzen der Gesellschaft, ein Paradies für den freien Geist und Willen. Doch schon während dem Tauchgang erkennt man dass nicht alles so perfekt ist wie es die Stimme Ryans so wohlklingend erzählt. Kaum angekommen, erfolgt schon die erste Begegnung mit den wahnsinnig gewordenen Einwohnern.

Schnell stellt sich heraus dass auch Rapture nicht von den Intrigen und Machtgelüsten der Menschen verschont wurde. Mit Hilfe der neu entdeckten Droge Adam, versuchten die einzelnen Fraktionen die Herrschaft an sich zu reißen und zerstörten dabei das erhoffte Paradies. Die Aufgabe des Spielers ist es aus den Trümmern der einst prachtvollen Anlagen zu entkommen.


Grafik ( 10 / 10 ):

Die gesamte Spielhandlung liegt in der Unterwasserstadt Rapture, was durch die Grafik auch sehr eindrucksvoll dargestellt wird. Von Anfang an ist die gesamte Umgebung sehr beklemmen. Die Einrichtung, welche im Stil der 20er Jahre gehalten wurde, ist heruntergekommen und teilweise zerstört. Die Beleuchtung ist nur noch in Teilen funktionsfähig und verbreitet ein schummriges Licht. Durch die Fenster ist das Meer und die restliche Stadt erkennbar, von oben kämpft sich Sonnenlicht in das trübe Dunkel der Tiefe. Einige Teile sind so zerstört das Wasser in die Anlagen eindringt und diese zu versinken drohen.

All das ist hervorragend in Szene gesetzt, die Wassereffekte sehen wirklich sehr realistisch aus. Egal ob es das umgebende Meer ist oder die zahlreichen Wassereinbrüche und Pfützen. Auch der Glanz vergangener Zeiten vor dem Zusammenbruch der Gesellschaft ist an vielen Stellen zu erahnen, die Architektur von Rapture is beeindruckend. Aber auch die ganzen Kleinigkeiten tragen sehr zum stimmigen Bild des gefallenen Utopia bei.

Normalerweise ist eine hohe Grafikqualität nicht unbedingt entscheidend für den Spielspass, bei Bioshock ist es jedoch gelungen diesen durch die sehr herausragende Grafik enorm zu steigern.


Sound & Musik ( 8 / 10 ):

Zum gelungenen Ambiente tragen auch Musik und Soundeffekte bei, zum Beispiel gibt es passend zum Stil der Architektur Originalstücke aus den 20er Jahren zu hören. Die Umgebungsgeräusche der Unterwasserstadt erzeugen eine beklemmende Atmosphäre. Lautsprecherdurchsagen auf den verlassenen Plätzen zeugen vom vergangenen Leben während die wahnsinnig gewordenen Bewohner brabbelnd durch die Strassen ziehen.

Die Sprecher der Protagonisten sind sehr gut, vor allem die Tonbandaufnahmen klingen sehr glaubwürdig. Durch die teilweise sehr persönlichen Tagebuchaufnahmen einzelner Personen wird ein großer Teil der Geschichte von Rapture erzählt. Die Hoffnungen und Sorgen dieser Menschen, während einer Zeit in welcher deren komplette Gesellschaft zusammenbricht, werden durch die Sprecher hervorragend ausgedrückt.


Singleplayer ( 9 / 10 ):

Während Bioshock bei Grafik und Sound von Anfang an eine sehr gute Figur macht, kann es beim Spielspaß etwas dauern bis der Funke überspringt. Sobald man in Rapture ankommt, wird man von einem überlebenden Bewohner kontaktiert. Atlas bietet Unterstützung im Austausch gegen Hilfe bei der Rettung seiner Familie. Schritt für Schritt führt er den Spieler in die Welt von Rapture ein, wobei dem Spiel jedoch sein schlimmster Fehler unterläuft. Die Erklärungen von Atlas verschweigen die taktischen Finessen die sich dem Spieler bieten.

Die meisten Spieler werden Bioshock deshalb erstmal wie einen Shooter spielen. Allerdings ist das Leveldesign dafür nicht ausgelegt, schon nach kurzer Zeit wird das Spiel langweilig. Bleibt der Spieler aber am Ball und experimentiert mit den verschiedenen Fähigkeiten, wird er schnell herausfinden dass Bioshock einiges mehr zu bieten hat als reines Geballer.

Durch sogenannte Plasmide, Substanzen welche den Spieler genetisch verbessern, können neue Fähigkeiten gelernt werden. So lernt man zum Beispiel Gegenstände oder Gegner in Brand zu setzen. Andere Fähigkeiten erlauben eine höhere Schadenresistenz oder verbessern Kampf und Technikfähigkeiten.

Durch deren geschickten Einsatz in Kombination mit den vorhandenen Sicherheitsanlagen, gelingt es viele Gegner auszuschalten ohne einen einzigen Schuss abzugeben. Fast alles was man vorfindet lässt sich zum eigenen Vorteil im Kampf ums eigene Überleben benutzen. Auf den leichteren Schwierigkeitsgraden ist dies zwar nur nettes Beiwerk, spätestens auf den schwereren geht es aber nicht mehr ohne Taktik. Zu knapp und teuer ist die Munition und zu gefährlich sind die Gegner.

Wachanlagen und Automaten, an welchen Munition und Ausrüstung erstanden werden kann, lassen sich hacken um Vorteile aus ihnen ziehen zu können. Dazu muss ein kleines Logikspiel gelöst werden, welches mit fortschreitendem Spiel immer schwieriger wird. Natürlich kann auch das durch Plasmide positiv beeinflusst werden.

Die Geschichte um den Verfall von Rapture, die Machtgelüste der involvierten Parteien und das Verderben dass Adam über die Gesellschaft brachte, wird durch Tonbänder und Funksprüche erzählt. Er erfährt die Bedeutung der Little Sisters, und deren Beschützern den Big Daddies, und in welcher Beziehung Altlas und Ryan stehen.


Multiplayer ( - / 10 ):

nicht vorhanden


Fazit:

Als ich Bioshock anfing zu spielen, erschien es mir als ein eher unterdurchschnittlicher Shooter mit gehypter Grafik. Gibt man dem Spiel aber eine Chance entwickelt sich sowohl die Story als auch das Spielgeschehen sehr ins Positive. Gerade die Erzählweise durch die einzelnen auf Tonbändern hinterlassenen Schicksale bindet den Spieler an die Geschichte um Rapture.

Auf höheren Schwierigkeitsgraden wird Bioshock dann zum richtigen Genuss. Anstatt stupide rumzuballern benutzt man Plasmide und Wachanlagen um die Gegner auszuschalten da im direkten Zweikampf kaum eine Überlebenschance besteht.

Für Spieler die Wert auf Atmosphäre und eine tiefgründige Story suchen, ist Bioshock eine klare Empfehlung wert.


Wertungsübersicht:

System: PS3
Grafik: ( 10 / 10 )
Sound: ( 8 / 10 )
Singleplayer: ( 9 / 10 )
Multiplayer: ( - / 10 )
Spieldauer: Komplett
System: XBox 360
Grafik: ( 9 / 10 )
Sound: ( 8 / 10 )
Singleplayer: ( 9 / 10 )
Multiplayer: ( - / 10 )
Spieldauer: Demo
 

Bilderstrecke

Bioshock XBox360 Collectors Edition
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Gameplay Video