Castlevania - Lord of Shadow

Getestetes System: PS3
  Collectors Edition
Weitere Systeme: -
Kategorie: Action Adventure
VÖ: Oktober 2010
Entwicklungsstudio: Kojima Productions
Publisher: Konami
Alterseinstufung: 16+
   
Test von: Hermann
Version: (D)
Spracheinstellung: Englisch


Beschreibung

Castlevania, eine Spieleserie deren Ahnen fast so weit in die Vergangenheit reicht wie die der Protagonisten. Die Familie Belmont, seit vielen Generationen im Kampf gegen Dracula, Fürst der Vampire.

Der Held der neusten Generation ist Gabriel Belmont, ein Waisenknappe aufgezogen vom Konvent der Bruderschaft des Lichts und benannt nach dem Erzengel Gabriel. Talentiert in den Künsten des Kampfes, gab er sich selbst den schicksalsbehafteten Nachnamen Belmont.


Grafik ( 8 / 10 ):

War der NES Urahn noch ein zweidimensionaler Sidescroller, glänzt die Neuauflage in feinster 3D Grafik. Schon die Anfangsszenen sehen beeindruckend aus. Ein einsamer Reiter kommt in einer regnerischen Nacht in ein heruntergekommenes Dorf. Alles ist durchtränkt, der Boden naß und schlammig. Die verängstigten Gesichter der Bewohner verheißen nichts Gutes und nicht ganz unerwartet klettern Werwölfe über den Schutzzaun des Dorfes.

Die Animationen sehen dabei wirklich sehr gut aus, die Monster bewegen sich sehr realistisch. Auch die Bewohner des Dorfes sind sehr überzeugend dargestellt, stocksteife Bewegungen und Puppengesichter muß der Spieler nicht ertragen.

Auch die weiteren Abschnitte sehen alle sehr gut aus. Langweile kommt nicht auf, da die Gegenden sehr abwechslungsreich sind. So bereist man zuerst einen tiefen Wald, später eine verschneite Landschaft oder eine Spinnenhöhle. Zahlreiche kleine Animationen, wie sich bewegende Blätter oder Äste und kleine Wasserfälle, hauchen der Landschaft Leben ein.


Sound & Musik ( 8 / 10 ):

Neben dem cineastischen und epischen Soundtrack, welcher bei der Collectors Edition sogar auf CD beiliegt, begeistern die sehr guten Sprecher. Vor allem der Erzähler wird sehr professionell gesprochen, und trägt dadurch auch einen großen Teil zur gelungenen Stimmung bei. Aber auch die weiteren englischen Sprecher sind sehr gut.

Die restlichen Soundeffekte passen immer sehr gut zum Ambiente, in der Anfangsszene rauscht der Regen und die Schritte klingen entsprechend der matschigen Umgebung. Auch in den anderen Settings ergänzen die Umgebungsgeräusche die gute Grafik und ziehen den Spieler tief ins Geschehen.


Singleplayer ( 7 / 10 ):

Wie fast alle aktuelleren Spiele, setzt Castlevania auf bekannte und bewährte Ideen, das Spielprinzip erinnert stark an God of War oder Dantes Inferno. Der Held läuft frei durch die meistens schlauchförmigen Abschnitte, verklopft Gegner und löst kleine Rätsel. Zwischendrin gibt es Kletter- und Sprungpassagen zu meistern. Soweit so altbekannt. Auch bei der weiteren Spielmechanik wird kein Risiko eingegangen.

Belmont besitzt zu Anfang nur sein Kreuz als Waffe, das auch eine integrierte Kettenpeitsche besitzt. Im laufe des Spieles, bekommt er nicht nur Updates dazu, sondern lernt diese Waffe immer besser zu meistern. Neben einfachen und schweren Attacken, gibt es natürlich eine ganze Menge an Combos die entweder verheerenden Schaden anrichten, oder den Block eines Gegners brechen können.

Mit Erfahrungspunkten können weitere Fertigkeiten zugekauft werden, welche durch Kombinationen der Buttons ausgelöst werden können. Diese sind so zahlreich daß auch Profis auf ihre Kosten kommen. Gelegenheitsspieler werden, wie so oft bei dieser Art von Spielen, von der Fülle der Spezialangriffe überrollt werden. Wer kann sich so viele Sachen eigentlich merken? Mit den Standardattacken und ein oder zwei extra Moves, kommt man aber sehr gut durchs Spiel.

Manche besiegte Gegner hinterlassen Wurfdolche, welche einfache Monster schon beim ersten Treffer töten. Allerdings sind diese nicht in Massen vorhanden und sollten deswegen sparsam eingesetzt werden. Später kommen weitere Items dazu, welche gerade in Bosskämpfen hilfreich sind.

Später kommen noch Licht- und dunkle Magie ins Spiel. Lichtmagie dient zur Heilung und zum Schutz. Ist diese aktiviert, heilt jeder Treffer den Spieler um einige Prozente, verursacht dabei aber weniger Schaden. Dunkle Magie dagegen steigert den verursachten Schaden. Zusammen mit den verschiedenen Combos, lassen sich damit mächtige Attacken austeilen.

Leider ist der Vorrat an Magie jedoch beschränkt, die Aktivierung beider Arten verbraucht diese schnell. Ist keine der beiden aktiviert, lassen getötete Gegner jedoch neutrale Magie fallen, welche aufgesammelt werden kann um seinen Vorrat an heller und dunkler Magie aufzustocken. Wer gut kämpft und dabei nicht getroffen wird, kann auch in einen Zustand kommen wo schon Treffer auf die Gegner reichen um Magie zu erzeugen.

Um die Sammelleidenschaft der Spieler anzusprechen, gibt es im Spiel Edelsteine zu finden. Setzt Gabriel fünf davon in sein Amulett, steigert sich die maximale Leben, Licht- oder dunkle Magie.

Die Level sind zwar weitgehend linear, allerdings hat der Spieler öfters die Entscheidung zwischen zwei oder drei alternativen Routen. Da es dann oft kein Zurück gibt, muß zum Einsammeln aller Gegenstände jeder Level mehrfach gespielt werden. Manche Orte lassen sich auch beim ersten Durchspielen noch nicht erreichen, da dafür benötigte Fähigkeiten erst später erlernt werden.

Über eine Weltkarte können schon gespielte Bereiche wiederholt werden um alle Items einzusammeln. Dabei werden dann zusätzliche Herausforderungen geboten. Zum Beispiel gilt es im ersten Abschnitt den großen Warg zu besiegen, ohne daß alle Dorfbewohner beim Kampf sterben. Somit ist zusätzliche Motivation vorhanden um die Abschnitte erneut zu spielen. Wer alles freispielen will, wird somit eine Zeit lang beschäftigt werde.

Natürlich gibt es Quicktime Events in den Bosskämpfen, diese sind jedoch relativ einfach zu schaffen. Auch ältere Semester haben damit wenige Probleme, unnatürlich schnelle Reflexe sind nicht gefordert. Dank sehr fair gesetzter Checkpunkte, ist es nicht frustrierend wenn man an einer Stelle mal zu langsam ist. Dies gilt für das ganze Spiel, die Speicherpunkte sind sehr gut gesetzt, langwieriges Wiederholen riesiger Abschnitte ist selten nötig.

Zwischendurch gibt es zur Abwechslung auch einige Reitsequenzen. Dabei müssen Gegner von ihren Reittieren geholt werden und deren Attacken ausgewichen werden. Auch gibt es einige Bosskämpfe welche stark an die Spielmechanik von Shadow of the Colossus erinnern. Ein riesiger Titan muß dabei erklettert werden um magische Siegel zu brechen. Währendessen versucht dieser einen abzuschütteln um zu verhindern daß am Ende alle seine Schwachstellen gefunden und zerstört werden.


Multiplayer ( - / 10 ):

Nicht vorhanden


Fazit:

Es ist schon mal ein gutes Zeichen wenn aus einem “Kurz mal reinschauen” ein “Mist, ich muß endlich Schlafen gehen” wird. Castlevania begeistert schon am Anfang durch tolle technische Umsetzung und spannend inszenierte Story. Da stört auch das abgekupferte Spielprinzip wenig.

Allerdings zeigen sich zur Mitte hin einige Schwächen. Obwohl es nichts zu klagen gibt macht sich eine gewisse Langweile breit. Die einzelnen Abschnitte ziehen sich und die Story ist nicht so packend um den Spieler an den Controller zu fesseln. So kann es doch passieren daß Castlevania in der Ecke verstaubt. Und das wäre wirklich schade um das Spiel, vor allem da es gegen Ende wieder begeistert.


DLC Reverie ( 3 / 10 ):

Der erste DLC für Castlevania erzählt wie die Geschichte Gabriels weitergeht. Nach den Ereignissen im Hauptspiel wird dieser von Laura zu Hilfe gerufen. Im Schloß in welchem Gabriel die Vampirin Carmilla besiegte, lauert ein ultimatives Böses das nur von ihm selbst besiegt werden kann.

Insgesamt drei Abschnitte erwarten den Spieler in diesem 13. Kapitel welches zwischen dem Abschluß und dem letzen Video des Hauptspieles liegt. Die Abschnitte sind allerdings nur sehr kurz und bestehen hauptsächlich aus mehreren Rätseln. Mehr wie zwei bis drei Stunden werden die meisten Spieler somit nicht beschäftigt sein.

Zwar führt der DLC die Story weiter, um wirklich etwas davon zu haben muß aber zumindest der zweite DLC vorhanden sein. Mitten in der Geschichte endet der DLC mit einem “to be continued”.

Aufgrund der kurzen Spielzeit, den eher durchschnittlichen Rätsel und der etwas langweiligen Story ist der Gegenwert des DLC eher gering.


DLC Resurrection ( 1 / 10 ):

Der zweite DLC setzt fort, was mit dem vorherigen DLC begonnen wurde. Leider wird auch die eher mäßige Qualität fortgeführt. Zu Anfang gibt es einige Kletterpartien unter Zeitdruck zu meistern, was aufgrund des nicht gleich ersichtlichen Weges zum Trial and Error ausartet. Hat man dieses ewig lange und abwechslungslose Stück endlich geschafft, kommt ein erster Bosskampf.

Auch hier besteht die Schwierigkeit erstmal darin herauszufinden was zu tun ist. Ist der Boss überstanden, geht es in den zweiten Abschnitt. Und wieder wird nichts Neues geboten, Gabriel muß unter Zeitdruck einen Hindernissparcour überstehen. Teilweise erinnert das ganze fast schon an das alte Dragon´s Lair, wobei letzteres wenigstens in der Arcadeversion begeistern konnte.

Der Endkampf gegen den Boss ist beliebig austauschbar. Es gilt lange auf eine bestimmte Stelle des Gegners einzuschlagen, um danach innerhalb Millisekunden eine bestimmte Aktion auszuführen. Jeder kleinste Fehler wird hart bestraft und der letzte Speicherpunkt erlaubt einen den ganzen langwierigen Kampf noch mal zu “genießen”.

Kurz gesagt ist der zweite DLC noch viel langweiliger als der erste. Zieht man die Zeit für das nervige Trial and Error ab, kommt man wahrscheinlich auf maximal 30 Minuten Spielzeit. Viel zu wenig für den Preis, vor allem da man dabei keinerlei Spaß hat.


Wertungsübersicht:

System: PC
Grafik: ( 8 / 10 )
Sound: ( 8 / 10 )
Singleplayer: ( 7 / 10 )
Multiplayer: ( - / 10 )
Spieldauer: Durchgespielt
 

Bilderstrecke

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