Teslagrad

Getestetes System: PS4
Weitere Systeme: WiiU
Kategorie: Geschicklichkeit
VÖ: 2013
Entwicklungsstudio: Rain Games
Publisher: Soedesco
Alterseinstufung: 6+
   
Test von: Hermann
Version: (D)
Spracheinstellung: Englisch


Beschreibung

Wer denkt Dark Souls wäre schwer, sollte sich mal Teslagrad anschauen. Es hat zwar ein komplett anderes Spielprinzip, ist aber gemessen am Schwierigkeitsgrad durchaus vergleichbar.

Teslagrad ist auf den ersten Blick ein Jump & Run, garniert mit leichten Rätseln und dem Metrovania Prinzip. Manche Bereiche sind also erst dann zugänglich, wenn man bestimmte Fähigkeiten oder Gegenstände in die Finger bekommen hat.

Die Hintergrundstory ist am Anfang noch recht lückenhaft, erst im Laufe des Spieles bekommt man mit was vorgegangen ist. Im Intro durchsuchen Soldaten die Häuser einer Stadt, ein kleiner Junge flieht aus einem der Häuser über die Dächer. An dieser Stelle übernimmt der Spieler die Kontrolle und versucht in bester Jump & Run Manier vor den Angreifern zu entkommen.


Grafik ( 7 / 10 ):

Selten sieht man ein heutiges Spiel, bei welchem man denkt daß es auch auf 8- oder 16-Bit Rechnern hätte herauskommen können. So unwichtig ist eigentlich die moderne Grafik. Trotzdem haben sich die Entwickler viel Mühe mit den Hintergründen gegeben. Diese erinnern an eine Zeichnung oder ein Gemälde. Alles ist sehr stimmungsvoll umgesetzt und zieht einen in die bedrückende Situation hinein.

Auch die Animationen sind sehr gut umgesetzt, der kleine Junge rennt und springt flüssig durch die Abschnitte. Sehr schön gefällt die Animation wenn er sich mühevoll eine Kante hochzieht sollte er einen Sprung knapp verfehlt haben.


Sound & Musik ( 7 / 10 ):

Ins gleiche Horn stößt auch der Sound, wobei das eher sprichwörtlich gilt. Hornbläser gibt es nicht zu hören, vielleicht leise als Teil der orchestralen Musik. Die zahlreichen Soundeffekte sind passend als Feedback der eigenen Handlung und genauso wenig aufdringlich wie die Musikuntermalung.

Durch den knackigen Schwierigkeitsgrad ist man aber auch selten auf die Musik fokussiert, trotzdem trägt sie einen großen Teil zur guten Präsentation des Spielprinzips bei.


Singleplayer ( 8 / 10 ):

Wegen des schon angesprochenen Schwierigkeitsgrades ist ja noch die Frage offen was das ganze mit Dark Souls zu tun hat und warum es schwerer sein soll. Die Antwort ist relativ einfach, Teslagrad verlangt pures Können. Während man bei Dark Souls den Schwierigkeitsgrad relativ gut durch vorsichtiges Vorgehen, Taktik und viel Geduld in Grenzen halten kann, ist Teslagrad gnadenlos anspruchsvoll.

Schon am Anfang wird schnell klar daß die Rätsel eher einfach sind. Oft kommt man nach kurzem Überlegen auf die richtige Idee. Die Umsetzung ist aber eine andere Sache.

Doch noch mal kurz zum Spielprinzip zurück. Wie schon angemerkt ist es ein Jump & Run. Die Sprungpassagen erfordern einiges an Präzision, Spielraum für Fehler gibt es nur am Anfang des Spieles, später nicht mehr. Jeder Sprung muß genau sitzen und perfektes Timing haben.

Aber das ist nur ein Teil der Herausforderung. Teslagrad spielt mit den Anziehungskräften positiver und negativer Ladung. Oder blauer und roter Ladung. Gleiche Ladung stößt sich ab, unterschiedliche zieht sich an.

Zu Beginn sind es noch einfache Rätsel. Mit einem Handschuh kann man bestimmte Blöcke farblich markieren oder umfärben. Liegen zwei Blöcke übereinander, markiert man beide rot, und schon hebt der obere Block wie von Geisterhand ab und schwebt ein Stückchen über dem anderen. Damit ist der Weg frei und der Held kommt einen Bildschirm weiter.

Natürlich bleibt es nicht so einfach. Schon bald muß man ganze Kettenreaktion auslösen um Blöcke zu verschieben und damit Schalter auszulösen. Elektrobarrieren müssen überwunden werden, welche bei Berührung den Helden umbringen.

Hat der Spieler endlich diese Prinzipien gemeistert, kommen die nächsten Fähigkeiten dazu. Mithilfe von Robotern kann sich der Held kurz aufladen, eine Teleportfähigkeit versetzt ihn ein Stück nach rechts oder links. Später kann ein Mantel gefunden werden, der den Helden dauerhaft auflädt.

Für sich genommen klingt das alles ganz einfach, die Gemeinheit liegt jetzt in den hindernisreichen Parcours. Da muß durch Aufladen ein Stein in Bewegung gesetzt werden, mit dem Teleport kommt man durch eine Energieschranke in seine Nähe nur um sich dann verzweifelt mit der gegengesetzen Ladung daran festzuklammern.

Hat man das nach mehreren Anläufen geschafft gibt es aber keine Zeit um sich auszuruhen. Sofort muß dann ein weiterer Teleport geschafft und dabei die Aufladung geändert werden um dann an einen anderen Block zu gelangen.

So werden diese wenigen und einfachen Elemente zu immer längeren und schwierigeren Ketten zusammengehängt, welche perfekt am Stück zu meistern sind. Kurze Verschnaufpausen gibt es innerhalb eine Raumes selten, schon der kleinste Fehler endet im Abgrund oder im Elektrozaun.

Sicherlich kann man sich jetzt die Frage stellen, warum man sich so etwas Perverses antun sollte. Aber hier punktet Teslagrad mit einem nahezu perfekt ausbalancierten Spiel. Jede Stelle ist nach etwas, oft auch nur nach etwas mehr, Übung zu schaffen. Stellen die am Anfang unglaublich schwer erschienen, sind nach einiger Zeit kein Problem mehr. Auch liegt es nie an der Steuerung, da diese absolut präzise und logisch ist.

Auch wenn man manchmal ein ganzes Stück wiederholen muß, sind die Speicherpunkte zahlreich und fair. Es gibt fast keine Stellen wo ein weiter Weg zurückzulegen ist, bis man an die Stelle des eigenen Scheiterns kommt.

So gibt einem das Spiel immer das Gefühl daß man es schaffen kann, man muß nur ein kleines bißchen mehr üben. Oder manchmal eben mehr. Aber dann schafft man es später, oder vielleicht morgen. Aber ein Versuch geht ja noch.


Multiplayer ( - / 10 ):

Nicht vorhanden.


Fazit:

Auch wenn man zwischendurch immer wieder eine Pause braucht um sich abzureagieren, ist der hohe Schwierigkeitsgrad sehr durchdacht, Es beginnt einfach und wird immer schwieriger. So schwierig daß man teilweise Stunden braucht bis man einen Abschnitt schafft.

Auch wenn so oft der Controller kurz vorm Flug gegen die Wand ist, will man immer noch ein Stück weiter kommen, denn jeder Abschnitt ist mit Übung zu schaffen. Glück hilft zwar manchmal, ist aber nie nötig.

Wer auf perfekt abgestimmten Nahezu-Frust steht, sollte sich das Spiel unbedingt mal anschauen.


Wertungsübersicht:

System: PS4
Grafik: ( 7 / 10 )
Sound: ( 7 / 10 )
Singleplayer: ( 8 / 10 )
Multiplayer: ( - / 10 )
Spieldauer: Intensiv
System: WiiU
Grafik: ( 7 / 10 )
Sound: ( 7 / 10 )
Singleplayer: ( 8 / 10 )
Multiplayer: ( - / 10 )
Spieldauer: Angespielt
 

Bilderstrecke

Teslagrad WiiU
 
 
 

Gameplay Video PS4



Gameplay Video WiiU