Wolfenstein 2 The new Colossus

Getestetes System: PS4
Weitere Systeme: -
Kategorie: Shooter
VÖ: Oktober 2017
Entwicklungsstudio: Machine Games
Publisher: Bethesda
Alterseinstufung: 18+
   
Test von: Hermann
Version: (D)
Spracheinstellung: Deutsch


Beschreibung

Schon mehrmals hat der tapfere Einzelkämpfer B.J. Blazkowicz bewiesen daß er nahezu unkaputtbar ist. Nach den Ereignissen des letzten Wolfenstein bleibt zumindest eine Scharte in diesem Mythos. Der Held des Widerstandes ist sogar ziemlich kaputt. So kaputt daß er sich nur noch im Rollstuhl fortbewegen kann.

Aber einen echten Helden hindert auch das nicht, und so kommt es wie es kommen muß. Das gekaperte U-Boot aus dem Vorgänger in welchem der Widerstand residiert, wird von den Regimetruppen aufgebracht. Praktischerweise erwacht B.J. genau zu diesem Zeitpunkt aus seinem Koma um mit der Waffe in der Hand dem Feind entgegenzutreten, oder besser entgegenzurollen.


Grafik ( 7 / 10 ):

Nach den ersten Zwischensequenzen fällt einem die milchige oder stark überstrahlte Umgebung im gesamten Spiel auf. Auch der Blick in die Optionen bringt keine Besserung, selbst wenn man die Helligkeit stark herunterdreht bleibt der unnatürliche Eindruck. Irgendwie fühlt man sich, als ob die eigenen Brille voller Dreck und Staub ist. Das ganze sieht dann nicht nur optisch schlechter aus, es leidet auch die Übersichtlichkeit weil man Gegner auf die Entfernung kaum erkennen kann.

Und das ist eigentlich schade, da doch einiges geboten wird. Neben dem U-Boot zu Anfang, geht die Reise durch das zerstörte New York bis in geheime Regime Anlagen. Richtig genießen kann man die vielen Orte jedoch nicht, da immer alles unscharf und vermatscht aussieht. Was sich die Entwickler dabei gedacht haben, ist wirklich nicht erklärbar. Der Technik sollte es wohl nicht geschuldet sein, die Vorgänger sahen um Längen besser aus.


Sound & Musik ( 7 / 10 ):

Leider gibt es in der deutschen Version keine englische Sprachausgabe, somit muß sich der Spieler mit den zumindest überdurchschnittlich guten deutschen Sprechern abgeben. An sich wäre das nicht so schlimm, wenn die Geschichte nicht in Amerika spielen würde. Amerikaner sprechen dann halt in der deutschen Version kein Englisch mehr, sondern Deutsch. Das macht doch einiges an Flair kaputt.

Außerdem ist die deutsche Sprachausgabe nicht lippensynchron. An manchen Stellen sprechen oder lachen Personen ohne eine einzige Mundbewegung zu machen. Das mag aber auch einfach ein Softwarefehler sein, stört zumindest zu Beginn des Spieles aber sehr.


Singleplayer ( 6 / 10 ):

Die einzelnen Abschnitte sind viel weitläufiger geworden. Wo es in den Vorgängern meistens nur einen klar umrissenen Weg gab, sind manche Level jetzt geradezu riesig. Was auf dem Papier recht gut klingt, funktioniert in der Praxis viel schlechter. Gerade die Suche nach den Kommandanten artet schon fast in Arbeit aus, der erste Versuch endet meistens damit, daß man von einer Wache entdeckt wird die in irgendeinem Seitengang gelauert hat. Mit dem Verlust der einfachen und übersichtlichen Levelarchitektur, geht somit auch einiges an Spielspaß verloren.

Die schlechte Sichtbarkeit der braununiformierten Gegner in graubraunen zerstörten Ruinen, zusammen mit der trüb und vernebelt wirkenden Grafik, macht das Erkunden neuer Bereiche dann erst recht zur Qual.

Wer dabei die Lust verliert, kann an einigen Stellen einfach durch die Level bis zum Ziel rennen. Überlebt Blazkowicz die zahlreichen Gegner und schafft es das Video der Zwischensequenz auszulösen, sind die Gegner auf magische Weise verschwunden.

Obwohl es eigentlich einige schöne Spielabschnitte gibt, scheinen den Entwickler wohl die Ideen ausgegangen zu sein. Viel zu oft gibt es Arenakämpfe. In relativ kurzen Abschnitten kommt der Spieler in Bereiche, die er ohne weiteres nicht mehr verlassen kann, und wird dann von zahlreichen Gegnern bedrängt. Erkennbar sind diese Abschnitte durch die typische Ansammlung an Waffen und einem Hindernis das den Rückzug verhindert.

Kurz gesagt ist das einfach nur öde. Blazkowicz betritt einen Raum, ballert sich durch die Horden in mehreren Versuchen bis man die Gegnerwellen auswendig gelernt hat und zieht dann weiter zum nächsten Raum. Im Vergleich zu den klug durchdachten und spannend aneinandergereihten Spielabschnitten der Vorgängerversionen ist das ein klarer Rückschritt.

Und so kommt es leider wie es kommen muß. Selbst die gut gemachten und interessant erzählen Wendungen in der Story reichen nicht um den Spieler bei Laune zu halten. Schon nach kurzer Zeit kämpft der Spieler eher gegen die Langeweile als gegen das Regime.

Wer, wider Erwarten, nach dem Abspann weiterspielen will, kann noch die zahlreichen Sammelgegenstände zusammensuchen und einige Spezialmissionen erfüllen. In diesen muß der Spieler die, im Deutschen unglücklich übersetzen, Maschinenkommandanten erledigen.

Auch das System zum Steigern der Fähigkeiten und Verbessern der Ausrüstung gibt es wieder. Allerdings wurde es ein weiteres Mal überarbeitet. Durch das Erledigen von Gegnern aus dem Hinterhalt, steigert man diese um darin höhere Erfolgchancen zu haben. Dies passiert wie in Rollenspielen in mehreren Stufen. Je höher diese, desto höher die Prozentzahl. Im Gegensatz zu den Vorgängern gibt es aber kein Freischalten von besonderen Fähigkeiten mehr. Alles ist von Anfang an vorhanden und kann nur verbessert werden. Damit gibt es eigentlich keinen Grund mehr sich damit zu beschäftigen, da auch die erspielten Vorteile eher gering sind.


Multiplayer ( - / 10 ):

Nicht vorhanden.


Fazit:

Nach dem letzten Teil von Wolfenstein und dem sehr gelungenen Addon, sind die Erwartungen natürlich sehr hoch. Leider kann Wolfenstein 2 diese nicht ansatzweise erfüllen. Es scheint als wollten die Entwickler zu viel, die umfangreicheren Level und die verrücktere Story bewirken aber das Gegenteil des erhofften.

Durch das Fehlen der schlichten Eleganz und Konzentration auf das Wesentliche, leidet der Spielspaß doch deutlich. Den Todesstoß für die Motivation setzen die zahlreichen uninspirierten Arenakämpfe, wo einfach nur Horden von Feinden in einen Raum geworfen werden und man gegen diese bestehen muß.

Das ganze ist so langweilig, daß man sich schon nach kurzer Zeit wünscht daß man lieber noch mal die Vorgänger in die Konsole eingelegt hätte.


Wertungsübersicht:

System: PS4
Grafik: ( 7 / 10 )
Sound: ( 7 / 10 )
Singleplayer: ( 6 / 10 )
Multiplayer: ( - / 10 )
Spieldauer: Durchgespielt
 

Gameplay Video Playstation 4