Wolfenstein - The New Order

Getestetes System: PS4
Weitere Systeme: PS3, XBox One,
XBox 360
Kategorie: Shooter
VÖ: 20. Mai 2014
Entwicklungsstudio: Machine Games
Publisher: Bethesda
Alterseinstufung: 18+
   
Test von: Hermann
Version: (D)
Spracheinstellung: Deutsch


Beschreibung

Auch wenn ein simples Spielprinzip wie der 3D Shooter sich kaum weiterentwickelt, außer technisch natürlich, gibt es doch kleine Veränderungen welche Anpassungen an den Geschmack der Spieler sind. So funktionieren die meistens Shooter mittlerweile als Deckungsshooter wo der Spieler sich hinter Mauern und anderen Levelelementen verschanzt, und bei Schaden sofort zurückzieht damit sich die Energieleiste nach einer kurzen Pause automatisch wieder auffüllt.

Oder es gibt eine Art Levelsystem, welches versucht eine Weiterentwicklung des Spielercharakters zu simulieren. Spiele die nicht diesen Trends folgen, werden meistens recht schnell von der Masse der Spieler abgestraft.

Um so erstaunlicher daß sich ein großer Name traut, viele dieser Entwicklungen zu ignorieren und gerade die angeblich veralteten Spielmechaniken zum Mittelpunkt zu machen. Die Rede ist von Wolfenstein, welches zu einer der ältesten Spieleserien gehört und mit einer gewissen Regelmäßigkeit neue Ableger bekommt.

Die Story trägt genauso dick auf wie der Protagonist mit seinen Waffen. Das Regime, eine abgrundtief böse und faschistische Diktatur, hat den zweiten Weltkrieg gewonnen und ist dabei die ganze Welt unter seine Kontrolle zu bringen. In einer verzweifelten Aktion versuchen die Alliierten die Festung von General Totenkopf einzunehmen und das Unabwendbare doch noch aufzuhalten.

Als die Aktion scheitert wird B.J. Blazkowicz, der Protagonist des Spieles, schwer verwunden ins Meer geschleudert. Nachdem er von einfachen Leuten aus dem Meer gefischt wurde, verbringt er 14 Jahre in einem Krankenhaus im Koma. Als das Regime diese auflöst und die Patienten tötet, erwacht er und beginnt seinen alten Kampf wiederaufzunehmen.


Grafik ( 8 / 10 ):

Auf beiden Konsolen macht das Spiel grafisch einen sehr guten Eindruck, was vor allem an der detaillierten und abwechslungsreichen Spielwelt liegt. Technisch läuft es sehr gut, keine Ruckler trüben das Bild. Auch gefällt daß Zwischensequenzen und Spielgrafik identisch aussehen und so kein Stilbruch auftritt.

Bei der Playstation 3 macht sich jedoch die im Vergleich deutlich schwächere Hardware bemerkbar. Alles ist weniger detailliert und sieht stark verwaschen aus. Teilweise dauert es auch einige Sekunden bis die Texturen nachgeladen sind, welche dann deutlich sichtbar aufploppen. Es fällt dadurch wesentlich schwerer, Gegner schon aus der Entfernung auszuschalten, da diese nur schwer von der Umgebung zu unterscheiden sind. Auch flimmern Kanten teilweise sehr stark und deutlich verpixelt. Die XBox 360 Version schlägt sich deutlich besser und ist für diese Generation betrachtet eine gute Umsetzung, die aus der alten Hardware noch einiges herausholt.

Ein Pluspunkt, und das gilt wieder für alle Versionen, ist die abwechslungsreiche Gestaltung der einzelnen Spielabschnitte. Zu Anfang beginnt man das Abenteuer in einem Bomber der U.S. Army um sich dann vom Strand bis in Totenkopfs Festung vorzukämpfen. Der nächste Abschnitt spielt dann in einem verwüsteten Krankenhaus nur um sich später durch Stellungen des Regimes zu kämpfen. Jeder Level spielt an einem anderen Ort, teilweise auch unter Wasser. Diese unterscheiden sich auch grafisch sehr stark, bieten aber trotzdem ein einheitliches Bild der Welt unter der Herrschaft des Regimes.

Auch die Gegner sind sehr interessant und abwechslungsreich, so gibt es vom einfachen Wachsoldaten bis zu riesigen Kampfrobotern einiges zu sehen. Gerade die mechanischen Gegner sind sehr interessant gehalten, auch wenn sie als Gegner eher in bekannten Mustern agieren.


Sound & Musik ( 8 / 10 ):

Zum insgesamt positiven Eindruck tragen auch die vorzüglichen Sprecher bei, wobei der englische Ton vorzuziehen ist. Nicht etwa weil die deutschen Sprecher schlechtere Arbeit geleistet hätten, sondern weil die deutsche Übersetzung prinzipbedingt an der Zweisprachigkeit des Spiels scheitert. Blazkowicz und seine Mitstreiter sprechen englisch, während die bösen Regimesoldaten sich auf Deutsch unterhalten. Da der Sprachunterschied aus Sicht des Protagonisten vorhanden ist, verliert die komplett eingedeutschte Version etwas an Atmosphäre. Groß ist der Unterscheid aber nicht, da die deutschen Sprecher wirklich sehr gut sind.

Auch Musik und Geräuschkulisse tragen sehr zum Gesamtbild bei, gerade die riesigen Roboter wirken mit ihrer Geräuschkulisse eindrucksvoll und bedrohlich. Im Spiel wie auch in den Videosequenzen fühlt man sich wie in einem Actionfilm, überall kracht und rummst es.


Singleplayer ( 9 / 10 ):

Insgesamt fügt sich das ganze zu einem wirklich gut gemachten Spiel zusammen, die Grausamkeit des Regimes und der von ihm beherrschten Welt ist trotz der übermenschlichen Macht des Helden überall fühlbar. Handwerklich gibt es also kaum Schwächen, doch kann das Spiel auch inhaltlich überzeugen?

Doch zuerst zu einigen Besonderheiten von Wolfenstein. Wie schon angedeutet bricht es mit einigen Errungenschaften der modernen Shooter. Da wäre zuerst das altbekannte System der Medpacks. Wer getroffen wird, verliert Lebensenergie. Und zwar dauerhaft. Ein Aufladen durch kurzes Verweilen in Deckung gibt es nicht, nur durch die Aufnahme von Medpacks kann sich der Spieler heilen. Wobei das etwas aufgeweicht ist da sich ein geringer Teil immer selbst heilt. Wer also nur noch einen Lebenspunkt hat, heilt bei einer kurzen Pause wieder auf 20 hoch, bzw. von 41 heilt man auf 60 Lebenspunkte. Trotzdem bringt das dann auch eine kleine taktische Komponente mit ins Spiel, da gerade auf den härteren Schwierigkeitsgraden mit den Medpacks hausgehalten werden muß.

Die einzelnen Abschnitte sind traditionell schlauchförmig, an wenigen Stellen gibt es mal zwei verschiedene Wege die zum Ziel führen. Allerdings gewinnt dadurch der Spielfluß, weil so Gegner und kleine Zwischensequenzen perfekt gesetzt werden konnten und ein spannender und mitreißender Spielablauf entsteht. Und das ist eine der größten Stärken von Wolfenstein, alles erscheint gut ausbalanciert und choreographiert. Auch die Verteilung der Waffen und Munition ist immer an das Leveldesign angepaßt. Der Nachteil ist das spätestens nach dem dritten Durchspielen das Spiel einfach zu leicht ist, da man schon genau vorhersagen kann an welcher Stelle die Gegner auftauchen und mit welche Waffe sich diese am effektivsten eliminieren lassen. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Spätestens nach der Hälfte des Spiels beachtet man auch die verschiedenen Erfolge die sich im Spiel erreichen lassen. So gibt es zum Beispiel fünf Wachen aus dem Hinterhalt zu erledigen. Schafft man dies, wird der eigene Charakter verbessert. Er kann mehr Wurfmesser oder Granaten tragen, oder bekommt neue Fähigkeiten dazu. So macht es durchaus Sinn einen Teil dieser Erfolge freizuschalten, die wichtigen erreicht man ohnehin durch das normale Spielen.

Die Hintergrundgeschichte über Blazkowicz und wie er mit dem Widerstand gegen das Regime kämpft ist sicherlich keinen Oscar wert. Sie würde aber für den einen oder anderen Actionfilm reichen und funktioniert prima um den Spieler an die unterschiedlichsten Schauplätze zu jagen. Auf jeden Fall unterhält sie prima.

Auch die anderen Versatzstücke aus denen Wolfenstein zusammengebaut wurde, sind nichts Besonderes. Waffen, Gegner und Levelaufbau hat man so oder so schon in anderen Spielen gesehen. Gut gelungen ist aber die Kombination aus allem, die sich wirklich flüssig und abwechslungsreich spielt.


Multiplayer ( - / 10 ):

Nicht vorhanden.


Fazit:

Weder die Story, die Technik oder das Spielprinzip sind beim neuen Wolfenstein überragend, alle Elemente sind altbekannt und gab es so schon in anderen Spielen. Überragend ist es, weil all diese Elemente richtig gut kombiniert werden und das Gleichgewicht zwischen Story, Action und verrückter Technik so gut ausbalanciert wird. So fühlt man sich weder gestreßt oder gelangweilt, auch das Sammeln von Gegenständen reicht gerade als Motivation um die fast immer linearen Level zu erforschen. So ist Wolfenstein mehr als seine Teile und für Fans guter Shooter eine absolute Empfehlung. Wer die Wahl hat, sollte zur PS4 oder Xbox One Fassung greifen, da der Spielspaß deutlich unter den Limitierungen der älteren Hardware leidet. Die PS3 Version ist eindeutig die schlechteste.


Wertungsübersicht:

System: PS4
Grafik: ( 8 / 10 )
Sound: ( 8 / 10 )
Singleplayer: ( 9 / 10 )
Multiplayer: ( - / 10 )
Spieldauer: Komplett
System: PS3
Grafik: ( 7 / 10 )
Sound: ( 8 / 10 )
Singleplayer: ( 8 / 10 )
Multiplayer: ( - / 10 )
Spieldauer: Durchgespielt
 
System: XBox 360
Grafik: ( 8 / 10 )
Sound: ( 8 / 10 )
Singleplayer: ( 8 / 10 )
Multiplayer: ( - / 10 )
Spieldauer: Angespielt
System: XBox One
Grafik: ( 8 / 10 )
Sound: ( 8 / 10 )
Singleplayer: ( 9 / 10 )
Multiplayer: ( - / 10 )
Spieldauer: Durchgespielt
 

Bilderstrecke

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