A Plague Tale - Innocence

Getestetes System: PS4
Weitere Systeme: -
Kategorie: Action Adventure
VÖ: 2019
Entwicklungsstudio: Asobo Studio
Publisher: Focus Home Interactive
Alterseinstufung: 16+
   
Test von: Hermann
Version: (D)
Spracheinstellung: Englisch


Beschreibung

Eigentlich versprach es ein wirklich schöner Tag zu werden. Amicia ist mit ihrem Vater auf der Jagd in den Wäldern dessen Grafschaft, als eine unerwartete Entdeckung einen dunklen Schatten auf ihre Zukunft wirft.

Nach der Rückkehr auf das Landgut, bekommt sie den Auftrag ihre Mutter über die Vorkommnisse zu informieren. Bevor Amicia ihren Auftrag erledigen kann, wird sie jedoch durch die Ankunft von Reitern unterbrochen. Während ihre Mutter zum Tor eilt, bleibt Amicia bei ihrem kranken Bruder.

Beim Blick aus dem Fenster, muß sie mit ansehen wir ihr Vater von mehreren Männern überwältigt und umgebracht wird. Diese scheinen auf der Suche nach ihrem noch sehr jungen Bruder zu sein.

Zusammen mit diesem fleht sie aus dem Gebäude, immer auf der Hut vor den Häschern. Dabei laufen sie ihrer Mutter über den Weg, die sie vom Landgut bringt. Allerdings verliert auch diese dabei ihr Leben.

Als einzige Hoffnung bleibt Laurentius, ein Arzt der Hugos Krankheit behandelt hat. Während sich die beiden Waisenkinder auf den Weg machen, müssen sie jedoch schnell feststellen daß ihnen nicht nur Gefahr durch die Häscher droht.


Grafik ( 8 / 10 ):

Während die ersten Spielabschnitte noch in herbstlichen Wäldern und einem romantischem Landgut spielen, zeigen die folgenden Abschnitte die dunkle Seite der Welt. Diese wird von einer Seuche geplagt, Unmengen von tollwütigen Ratten bevölkern die dunklen Keller und hausen unter der Erde.

Verlassene Städte, verwüstete Dörfer und Felder oder dunkle Katakomben, die Welt ist abwechslungsreich und düster. Schon im zweiten Spielabschnitt zeigt sie sich von ihrer unschönen Seite, Tod und Verderben lauern an jeder Ecke.

Die schönen Lichteffekte erzeugen nicht nur der Stimmung, sondern dienen auch dem Spielprinzip. Der Kontrast zwischen Licht und Schatten in der Abenddämmerung betont die Schönheit der Spielwelt, im Gegensatz dazu erleuchten Lagerfeuer und Fackeln Berge von Leichen welche aufgetürmt am Rande der verfallenen Gassen liegen.

Alle Personen passen mit ihren detaillierten, teilweise verschmutzten oder zerstörten Kleidung hervorragend in diese düstere Atmosphäre. Vor allem die Hautdarsteller Amicia und Hugo wachsen dem Spieler dadurch schnell ans Herz.


Sound & Musik ( 7 / 10 ):

Dazu tragen auch die sehr guten englischen Sprecher bei, selbst der französische Dialekt von Amicia gefällt sehr gut. Auch der Sprecher von Hugo spielt seine Rolle hervorragend, die Mischung aus jämmerlich und nervig paßt gut zu einem kleinen Bruder. Wer Geschwister hat, kann das sicher nachvollziehen.

Die deutsche Vertonung gefällt dagegen nur teilweise. Wie so oft passen die Stimmen nicht bei jedem Sprecher zur Rolle, manche klingen auch sehr bemüht und gekünstelt. Am schlimmsten klingt Hugo, auch da die Betonung oft nicht richtig zur Szene paßt. Deshalb sollte man lieber auf die englische Sprache umstellen, sonst kommt man noch in Versuchung ihn den Ratten zum Fraß vorzuwerfen. Dank deutscher Untertitel ist das auch problemlos möglich. Also das Umstellen der Sprache, der kleine Bruder bleibt leider als Begleiter erhalten.

Richtig gut ist die Klanguntermalung der Welt. Oft hört man den Wind in den Bäumen rascheln, im Hintergrund krächzen Raben und quaken Frösche. Verfolger rufen laut nach einem, während die Bewohner ihre Fenster und Türen zuknallen.

An einigen Stellen gibt es auch Musikuntermalung, leise Streichinstrumente sorgen für Anspannung in Schleichszenen. Hektische Musik sorgt neben dem lauten Quieken der Pestratten für Stress.


Singleplayer ( 8 / 10 ):

Der Spieler kann nur Amicia direkt steuern. Diese kann sich frei in der Welt bewegen, wobei auch die Kamera beliebig kontrolliert werden kann. Ihr Bruder Hugo hingegen handelt nur auf Anweisung. Er kann entweder an einer Stelle warten, oder von Amicia gerufen werden. An manchen Orten kann er auch Tore öffnen, indem man ihn durch schmale Durchgänge schickt. Ohne diese Anweisungen handelt er aber nicht eigenständig.

Will Amicia daß Hugo ihr folgt, muß sie ihn an der Hand nehmen. Dann bleibt er artig an ihrer Seite und bleibt auch in Deckung. Dies ist auch nötig, da Amicia zu Beginn die Gegner nicht direkt bekämpfen kann.

Die einzige Möglichkeit ist das Verstecken oder die Flucht. Im hohen Gras oder hinter Gegenständen sind Amicia und Hugo nicht zu erkennen. Während die Schurken nach ihnen suchen, müssen sie sich versteckt halten um dann im richtigen Moment in die nächste Deckung zu huschen.

Öfters kann es dann auch hilfreich sein die Gegner abzulenken, mit Hilfe ihrer Schleuder kann Amicia Töpfe zertrümmern worauf die Verfolger die Geräuschquelle untersuchen.

Wird sie erwischt, endet das meistens tödlich. Ihre Häscher kennen keine Gnade. Anders jedoch die Entwickler, die Speicherpunkte sind oft und fair gesetzt. Scheitert man, ist der Weg vom letzten Speicherpunkt nicht weit.

Das wird man auch öfters Erleben müssen, da manche Passagen unter Zeitdruck zu absolvieren sind. Und durch die Kombination aus etwas ungenauer Steuerung und Trial and Error in der Wegfindung, wird man einige Abschnitte zumindest ein zweites Mal spielen müssen.

Auch an anderer Stelle nervt die Steuerung, warum nur kamen die Entwickler auf die glorreiche Idee die Kistenschieberätsel so dämlich umzusetzen. Während der linke Stick Amicia vorwärts und rückwärts bewegt, werden die Kisten indirekt durch den rechten Stick, also die Kamera, gedreht. Unintuitiver geht es kaum.

Unbesiegbar sind die zahlreichen Pestratten die in riesigen Ansammlungen auf den Spieler hereinbrechen. Den einzigen Schutz bietet Licht. Feuerstellen, Fackeln und andere Lichtquellen sind überlebenswichtig und müssen klug eingesetzt werden um sicher durch die Flut an Ungeziefer zu kommen.

Das ganze Spiel ist recht linear aufgebaut, selten gibt es einen weiteren Weg den der Spieler nehmen kann. Meistens sind die Spielabschnitte schlauchförmig aufgebaut und es gibt genau einen vorgegeben Weg. In den kleinen Sackgassen die sich ab und zu am Rande des Pfades auftun, gibt es dann oft Sammelgegenstände zu finden. Diese haben aber im Spiel keinerlei Bedeutung außer daß einige von ihnen etwas Informationen über die Vergangenheit von Amicia und Hugo geben.

Wichtiger sind die zahlreichen Materialen die überall zu finden sind. Mit diesen und den gefunden Werkzeugen läßt sich die Ausrüstung aufwerten. Egal ob leiseres Schleichen, eine effektivere Schleuder oder größere Taschen, das kennt man alles schon aus zahlreichen anderen Spielen. Spaß macht es trotzdem seine Ausrüstung aufzuwerten.

Im späteren Verlauf kommt noch Alchemie dazu, dann kann Amicia besondere Munition herstellen. Damit können dann Flammen gelöscht oder entfacht werden, oder sogar Gegner betäubt oder vernichtet werden. Wie zu erwarten wird das dann für weiter Rätsel hergenommen, wodurch die einzelnen Abschnitte auch deutlich abwechslungsreicher werden.

Wenn man dann doch einmal stecken bleibt, gibt das Spiel einfache Hinweise. Amicia oder Hugo geben einen hilfreichen Kommentar von sich und zeigen in die richtige Richtung oder auf einen besonderen Bereich. In späteren Abschnitten kommen dann weitere Begleiter dazu, diesen kann man sogar einfach Anweisungen geben. Zum Beispiel eine Truhe oder Tür öffnen oder einen Gegner auszuschalten.


Multiplayer ( - / 10 ):

Nicht vorhanden.


Fazit:

A Plague Tale lebt hauptsächlich von der Geschichte um das Geschwisterpaar und das historische Setting. Die Rätsel sind gut gemacht, lassen sich aber alle recht schnell und einfach lösen. Auch die seltenen Bosskämpfe sind keine große Herausforderung.

Die tragische Stimmung der von einer Plage gezeichneten Welt ist sehr stimmungsvoll. Wer sich davon davontragend läßt wird eine schöne Zeit erleben. Der Einstig gestaltet sich aber etwas zäh, nach kurzer Zeit fesselt das Abenteuer aber vor den Bildschirm.


Wertungsübersicht:

System: PS4
Grafik: ( 8 / 10 )
Sound: ( 7 / 10 )
Singleplayer: ( 8 / 10 )
Multiplayer: ( - / 10 )
Spieldauer: Komplett
 

Gameplay Video