F.3.A.R.

Getestetes System: PC
Weitere Systeme: -
Kategorie: 3D-Shooter
VÖ: 2011
Entwicklungsstudio: Day 1 Studios
Publisher: Warner Bros. Interactive
Alterseinstufung: 18+
   
Test von: Hermann
Version: PAL (D)
Spracheinstellung: Deutsch


Beschreibung

Nach dem Erfolg der beiden Vorgänger kehrt Alma für einen weiteren Auftritt in der bisher eher durchschnittlichen Shooter-Reihe zurück. Dieser reiht sich chronologisch einige Monate nach den vorherigen Teilen ein. Während der Spieler im ersten Teil ihren zweiten Sohn spielte, um den eigenen Bruder zu bekämpfen, verbünden sich beide für den dritten Teil.

Alma ist mit einem dritten Kind schwanger und die beiden ungleichen Geschwister versuchen sie zu finden und dabei mehr über ihre Vergangenheit zu erfahren.

Als Besonderheit wirbt das Spiel mit einem kooperativen Modus für zwei Spieler, welcher sowohl über Netzwerk als auch im Splitscreen gespielt werden kann. Dabei übernimmt jeder Spieler einen der beiden Brüder.


Grafik ( 6 / 10 ):

Die Grafik sieht für die Zeit eher unterdurchschnittlich aus, aber nicht schlecht. Die einzelnen Abschnitte leiden stark unter sich wiederholenden Bausteinen. Würde es mehr Abwechslung geben, wäre der grafische Eindruck deutlich besser.

Sehr störend ist, dass sich erledigte Gegner in Rauch auflösen, ob das durch die Story oder Designentscheidungen begründet ist, bleibt unklar.

Gut gelungen sind, wie schon in den Vorgängern, die Effekte, sobald Alma einen Auftritt hat. Wie in einem alten Horrorfilm beginnt das Bild zu flimmern und verdunkelt sich in einem schwarz-weißen Rauschen.

Nett sind auch kleine Grafikeffekte, so zeigen Monitore kein Bild mehr, sobald sie von einer Kugel getroffen wurden. Enttäuschend ist dagegen, dass der komplette Levelaufbau statisch und vor allem kugelsicher ist. Selbst ein Haufen Zitronen bleibt nach heftigsten Beschuss unbeirrt in seinem Schälchen liegen.

Den Gegnertypen mangelt es an Abwechslung, die meiste Zeit kämpft der Spieler gegen normale Soldaten, welche sich nur in der Bewaffnung unterscheiden. An einigen Stellen gibt es Kampfroboter und Selbstmordbomber zu bekämpfen. Ein Lichtblick sind die Bossgegner, welche aber auch nicht besonders kreativ sind. So gibt es z.b. einen großen Kampfroboter zu besiegen.


Sound & Musik ( 7 / 10 ):

Immersiver gestaltet sich dagegen der Klangteppich. Auf Musik wird die meiste Zeit verzichtet, außer der Spieler soll in bestimmten Szenen gestresst werden. Dafür gibt es viel und lautes Geballer und sinnvolle Kommunikation der Angreifer.

Verschwindet der Spieler in einem Hauseingang, kommentieren dass die Gegner lautstark, bis sie ihn wieder entdeckt haben. Der folgende Beschuss gibt dann auch ordentlich was auf die Ohren.

In manchen Szenen ertönt ein statisches Rauschen und bedrohliche Klanguntermalung. Zusammen mit den grafischen Effekten treibt das den Puls in die Höhe. Leider wird aber davon viel zu wenig Gebrauch gemacht, der Horroraspekt scheint zweitrangig zu sein.


Singleplayer ( 6 / 10 ):

Das Intro geht da noch in eine andere Richtung, obwohl es sehr verwirrend ist. Warum der Spieler genau gefangen wurde oder wer ihn mit welcher Motivation verprügelt, bleibt unklar. Wer die Vorgänger nicht kennt, wird auch schwer die Geschichte um die beiden Brüder verstehen.

Zumindest eines wird schnell klar, beide Brüder fackeln nicht lange, wenn ihnen jemand ans Leder will. In den ersten Minuten wird alles beigebracht, was ein Shooter dieser Zeit zu bieten hat. Aus heutiger Sicht fällt da sofort der Zeitlupenmodus ein, welcher nach Max Payne einfach zu den Basics aller Shooter gehörte. Interessant sind eine Zielhilfe und die Möglichkeit mit Controller zu spielen, beides für den PC noch eher ungewöhnlich.

Zusätzlich kommt noch ein Deckungssystem hinzu, welches sich dann auch im Leveldesign durch zahlreiche Kisten, Tische und andere Elemente sichtbar macht. Das sich der Spieler in Deckung automatisch heilt, rundet die Liste an 08/15 Shooter-Elementen dieser Zeitperiode ab.

Schön ist dagegen der erste kleine Jumpscare, als Alma kurz beim Umlegen eines Schalters hinter einer Glaswand sichtbar wird. Das verspricht eine spannende Fortsetzung der Spielreihe.

Diese Hoffnung wird jedoch schnell enttäuscht. F.3.A.R entwickelt sich zur eintönigen Ballerbude. Schon der erste Spielabschnitt führt durch einen eintönigen und immer gleich aussehenden Gefängnistrakt. Dabei werden Unmengen von Gegnern niedergemäht, welche dank der Zeitlupenfunktion kaum eine Chance haben. Die beste Taktik ist, in Deckung zu bleiben bis sich die Fähigkeit aufgeladen hat, dann Matrix-Mode anschalten und Gegner wegballern. Wieder hinter die nächste Deckung und ein kurzes Päuschen einlegen. Und dann das gleiche nochmal, immer und immer wieder.

Das ganze wird deswegen auch schnell langweilig, die konfuse Story wird kaum vorangetrieben und steuert auch keine Motivation bei. Schon bald beginnt man sich zu fragen, ob es nicht Spannenderes im Leben gibt. Das der Levelaufbau aus einem Arenakampf nach dem anderen besteht, macht das Ganze nicht besser.

Nach einiger Zeit der stumpfen Rumballerns, stören die kleineren Mängel im Spielfluss um so mehr. So ist unverständlicherweise kein freies Speichern möglich, was umso schwerer wiegt, da die Checkpunkte extrem weit auseinanderliegen. Wer nach Feierabend eine kurze Runde spielen will, findet sich schnell wieder einen ganzen Abschnitt zurückgesetzt.

Leider wird auch eine andere Unsitte eingeführt: Nerviges Headbobbing, also übertriebenes Kopfwackeln des Bildausschnitts beim Laufen. Das kann bei empfindlichen Spielern zu Übelkeit führen. Leider gibt es weder eine Option das zu deaktivieren, noch ist es durch Anpassung der Config-Files abschaltbar.

Um die Bullshit-Bingo Karte der Features vollzumachen, wurde noch ein Rollenspielsystem eingeführt. An einigen Stellen gibt es Seelenbande aufzusammeln, diese erscheinend als von einer Aura umgebenen Körper. Drückt der Spiele neben dem Körper die Benutzen Taste, erscheint die Meldung 1500 Erfahrungspunkte bekommen zu haben. Ab und zu erscheint dann auch eine Meldung über einen Levelaufstieg und verbesserten Fähigkeiten. Details dazu? Fehlanzeige.

Was da im Hintergrund passiert, wird vom Spiel nicht im Geringsten erklärt. Ein taktisches Vorgehen um den Charakter zu optimieren scheint es auch nicht zu geben. Somit werden die meisten Spieler diese Nachrichten einfach ignorieren.


Multiplayer ( 7 / 10 ):

Was F.3.A.R. Von anderen Shootern heraushebt, ist die Möglichkeit die Kampagne im Team zu erleben. Dabei spielt jeder der Spieler einen der beiden Brüder. Diese unterscheiden sich auch in der Spielweise. Einer benutzt wie im Singleplayer die Waffen, der zweite verfügt über besondere Kräfte. So kann er Gegner übernehmen, oder sie mit Psychokinese durch die Gegend schleudern. Für beide Spieler werden Punkte gezählt, womit sich das Ende beeinflussen lässt. Mehr soll dazu aber nicht verraten werden.

Zusätzlich bietet F.3.A.R noch weiter vier klassische Mehrspielermodi, die haben sich aber nie wirklich durchsetzen können. Neben Extraktion-, Deathmatch- und Hordemode, gibt es noch eine Abwandlung des asymmetrischen kompetitiven Spielemodus ähnlich Evolve. Dabei übernimmt ein Spieler einen sogenannten Spectre und versucht, andere Spieler zu übernehmen oder mit NPC Soldaten zu erledigen.


Fazit:

Die beiden Vorgänger schafften es, den Horror langsam und spannend aufzubauen, auch wenn sie oft langatmig waren. Aber einzelne Stellen, wie die zufallenden Spinde im zweiten Teil, bleiben im Gedächtnis. Der dritte Teil verkommt zum unterdurchschnittlichen Shooter, welcher kaum in Erinnerung bleiben wird. Schade dass Alma auch nur eine geringe Rolle als Jumpscare spielen darf.


Wertungsübersicht:

System: PC
Grafik: ( 6 / 10 )
Sound: ( 7 / 10 )
Singleplayer: ( 6 / 10 )
Multiplayer: ( 7 / 10 )
Spieldauer: Durchgespielt
 

Bilderstrecke

Collectors Edition Alma Figur
 
 
 

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