Gears of War

Getestetes System: XBox 360
Weitere Systeme: -
Kategorie: 3D Shooter
VÖ: 2006
Entwicklungsstudio: Epic Games
Publisher: Microsoft Game Studios
Alterseinstufung: 18+
   
Test von: Hermann
Version: NTSC (US)
Spracheinstellung: Englisch


Beschreibung

Rüstungen die ungefähr doppelt so groß sind wie der Brustumfang der gestählten Oberkörper darin, sind ein eindeutigen Zeichen daß hier echte Männer in den Kampf ziehen. Soviel wird schon in den ersten Minuten klar als der in Ungnade gefallene Elitekämpfer aus seinem kärglichen Gefängnis befreit wird um zurück in seine Einheit gesteckt zu werden.

Natürlich geht es um nichts anderes als die Welt vor dem endgültigen Untergang zu retten, der in Form seltsamer, Locust genannten Gegner und Monster daherkommt.

Mehr verrät die Story in den ersten Spielminuten nicht, sehr viel mehr ist aber auch nicht nötig. Harte Männer ballern auch ohne Grund auf das abgrundtief Böse. Hintergründige Storyelemente sind für Bettnässer.


Grafik ( 9 / 10 ):

Würden diese in der Endzeitstimmung welche auf der XBox360 detailliert dargestellt wird, nur weinend zusammenbrechen, erfreuen sich richtige Kerle dagegen an der detaillierten Grafik.

Schon im ersten Abschnitt zeigt sich eine völlig zerstörte und vom Krieg gezeichnete Welt, halb zerfallene und verlassene Häuser bestimmen das Stadtbild. Die Architektur ist monumental, die gewaltigen Dächer werden von massiven Säulen gestützt.

Auch die drohende Gefahr wird sehr dramatisch dargestellt. Nach einigem Vorgeplänkel mit den kleinen Standardgegnern, geht es gleich richtig zur Sache. Ein riesiges spinnenartiges Monster wühlt sich aus dem Erdboden und versucht den für die Flucht wartenden Helikopter wie eine Fliege zu zerquetschen.

Auch an weiteren Stellen treten überdimensionale Gegner zutage um das normale Kanonenfutter im Kampf zu unterstützen. Dadurch gibt es auch einige Abwechslung in den einzelnen Abschnitten.


Sound & Musik ( 8 / 10 ):

Auch beim Sound geht es brachial zu. Die Sprecher passen zu ihren bulligen Alter Egos und brummeln sich testosteronerfüllt durch die von Explosionen und Schüsse dröhnende Umgebung. Dabei tauschen sie untereinander Beleidigungen aus oder philosophieren über ihren Einsatz. Wie es bei echten Kerlen halt so zugeht.

Neben den Kampfgeräuschen und dem Grunzen der zahlreichen Gegner, untermalt oft dramatische Musik die fast ausweglose Lage der Helden und sorgt für den nötigen Adrenalinschub.


Singleplayer ( 7 / 10 ):

Wer andere Shooter gewohnt ist, wird sich zuallererst an die Steuerung gewöhnen müssen. Dafür bietet sich das Tutorial an, welches man zu Beginn des Spiels auswählen kann. Bewegen und Zielen fühlt sich immer leicht verzögert an, so wie PC Spiele bei Lag. Das nervt gewaltig und schlägt deutlich auf den Spielspaß. Nach etwas Eingewöhnung stört es aber nicht mehr so stark und es läßt sich halbwegs gut steuern.

Das Deckungssystem, ein wesentliches Element des Spieles, funktioniert dagegen ziemlich gut. Geschmeidig duckt sich der Spieler hinter die zahlreichen Mauern oder Säulen. Mit einem kurzen Druck auf den Stick lassen sich Feinde zu beiden Seiten problemlos ins Visier nehmen und bekämpfen. Dies ist auch bitter nötig da die Gegner ordentlich Schaden austeilen und einigen einstecken. Wer in Rambo Manier drauflos stürmt, wird nicht besonders weit kommen.

Die meisten Abschnitte begleitet den Spieler ein Teamkamerad, einige Stellen werden mit einer Kampfgruppe von vier oder mehr Kameraden absolviert. Die KI steuert diese gerade noch gut genug um nicht zu nerven. Auch wenn Kameraden oft sinnlos nach vorne stürmen um dann sofort wieder zurückzulaufen wenn der Spieler in Deckung bleibt. Oder sie rennen direkt auf den Gegner um sich niedermachen zu lassen.

Da die Gegner aber auch nicht sehr viel intelligenter agieren, stört es selten den Spielfluß. Zumindest hat man als Spieler nicht den Eindruck als Einzelkämpfer mit einer Horde von Idioten unterwegs zu sein. Eher bildet sich ein angenehmes Teamgefühl heraus wofür auch die Kommentare der Mitstreiter sorgen. Daß diese trotz alledem nicht im geringsten hilfreich sind, nervt nur an wenigen Stellen.

Da es einige Bereiche in den Leveln gibt an dem sich das Team aufteilen muß, verkommen die KI Kameraden trotz ihren Schwächen nicht zur Staffage. Während ein Team vorrückt, gibt das andere aus der Deckung Feuerschutz und fällt den Feinden in die Seite. Das ist durchaus gut gelungen und macht wirklich Spaß.

Frustrierend ist oft die Spielerführung. Es gibt einige Stellen wo nicht klar ist wo man hingehen soll oder was man zu machen hat. Gerade bei Zwischenbossen passiert das öfters. So stirbt man einige Tode bis klar ist was man zu machen hat um weiterzukommen. Der Motivation ist das nicht besonders zuträglich.


Multiplayer ( 8 / 10 ):

Gerade die Stellen an welchen das Team aufgeteilt werden muß, kommen auch im Multiplayer sehr gut zur Geltung. Die komplette Kampagne läßt sich sowohl über XBox Live als auch über Splitscreen im Coop durchspielen. Selbst heutzutage ist so etwas eine Seltenheit. Dabei kommt bei weitem mehr Spielspaß auf als mit den eher dümmlichen KI Kumpanen.

Eine gute Netzwerkverbindung sollte es aber schon sein, mit langsamen DSL oder schlechter Verbindung ballert der Client meistens nur Löcher in die Luft. Entweder stehen die Gegner an komplett der falschen Stelle oder teleportieren wild durch die Gegend.


Fazit:

Hervorragend inszeniert und gewollt übertrieben, verdient sich Gears of War seinen guten Ruf zu Recht. Auch wenn die Steuerung eher schlecht ist, kann man sich dran gewöhnen und hat dann einen Heidenspaß beim Ballern. Der exzellente kooperative Multiplayer stellt andere Spiele deutlich in den Schatten. Sowohl grafisch als auch spielerisch kann es mit modernen Titeln jedoch nicht mehr mithalten, zu eintönig ist das Geballer auf Dauer.


Wertungsübersicht:

System: XBox 360
Grafik: ( 9 / 10 )
Sound: ( 8 / 10 )
Singleplayer: ( 7 / 10 )
Multiplayer: ( 8 / 10 )
Spieldauer: Durchgespielt
 

Gameplay Video XBox 360