Ghostbusters - The Videogame

Getestetes System: XBox 360
Weitere Systeme: Wii
Xbox One
Kategorie: 3D Shooter
VÖ: November 2009
Entwicklungsstudio: Terminal Reality
Publisher: Atari
Alterseinstufung: 12+
   
Test von: Hermann
Version: PAL (D)
Spracheinstellung: Englisch


Beschreibung

Wenn plötzlich eine Horde von Geistern eine Stadt heimsucht, wenn ruft man dann? Genau, die Ghostbusters. Jahre nach dem letzten Kinofilm gibt es endlich eine würdige Fortsetzung der beliebten Filme. Vernünftigerweise wurde davon abgesehen, einen neuen Film mit den gealterten Schauspielen zu drehen. Stattdessen wurde ein Spiel mit den originalen Charakteren umgesetzt, denen die originalen Schauspieler sowohl Aussehen als auch Stimme leihen. Geschrieben wurde die komplette Story von Dan Aykroyd und Harold Ramis, welche sich auch schon für die beiden Kinofilme verantwortlich zeigten.

Während die Ghostbusters einen neuen Kollegen einstellen, fegt eine Schockwelle von paranormaler Energie über New York hinweg. Infolge dessen flieht Slimer, welcher zur Untersuchung im Labor gehalten wurde. In der Rolle des, von Venkman nur unfreundlich „Rookie“ genannten frisch eingestellten Experimentalausrüstungstechnikers, geht der Spieler mit einem frisch entwickelten Protonenpack auf die Jagd nach dem entflohenen Geist.

Schon schnell stellt sich heraus, dass durch die PKE Schockwelle weitere Geister die Stadt heimsuchen und es verdichten sich auch Vermutungen das Gozer, der Widersacher aus dem ersten Film, zurückgekehrt ist.


Grafik ( 8 / 10 ):

Während der Spieler seinem Alter Ego über die Schulter blickt, läuft und kämpft er durch die an die Filme angelehnten Örtlichkeiten. So startet das Spiel im sehr detailliert dargestellten und äußerst unordentlichen Feuerwehrhaus der Ghostbusters. Auch weitere bekannte Orte haben es ins Spiel geschafft, darunter die Bibliothek, das Sedwick Hotel und das Museum. Zusätzlich gibt es noch weitere neue Abschnitte, zeitweise werden die Ghostbusters auch in die Geisterwelt gebracht. Alles ist sehr schön dargestellt und bringt das Flair der Filme gut zur Geltung.

Auch die Ghostbusters selbst sind ausgezeichnet dargestellt. Diese sind den Originalschauspielern sehr ähnlich, auch das Verhalten ist diesen angepasst. Der vom Spieler dargestellte Neuling hat dagegen ein Allerweltsgesicht, womit er sich nicht so sehr in den Vordergrund drängt.

Durch die 3rd Person Ansicht ist es auch möglich Teile des HUD direkt in das Protonenpack auf dem Rücken des Spielers zu integrieren. Eine nette Idee, da so das HUD nicht so störend aus dem Spielgeschehen rausreißt. Die Strahlen des Protonenpacks selbst sehen wirklich realistisch aus, also wie im Film. Es macht einen riesen Spaß, damit die Umgebung zu zerstören.

Benutzt der Spieler das PKE Meter, so trägt er dabei eine spezielle Brille, welche ihn Geister und Ektoplasma sehen lässt. Diese färbt das ganze Spielgeschehen in einen Grünton, ähnlich einem Nachtsichtgerät. Im Gegensatz zu manch anderem Spiel muss diese allerdings nicht andauernd getragen werden, an entscheidenden Stellen bekommt der Spieler einen Hinweis um sie anzulegen. So wird verhindert, dass wichtige Ereignisse verpasst werden, ohne das die ganze Zeit im hässlichen Grünton der Brille gespielt werden muss.

Der Grafikstil der Wii Version ist eher in einem Cartoon Look gehalten, um die geringere Leistung der Wii Hardware zu kaschieren. Leider ist die Detailfülle sehr niedrig und die gesamte Umgebung erscheint, im Gegensatz zu anderen Wii Spielen, leer. Auch das HUD wird wieder klassisch über den Bildschirm gelegt.


Sound & Musik ( 9 / 10 ):

Glücklicherweise sprechen die Originalschauspieler der Ghostbusters ihre Charaktere und geben die von ihnen gewohnten, oft bitterbösen Kommentare ab. Herauszuheben sind hier die Videosequenzen, welche oft die einzelnen Abschnitte verbinden. Wenn die vier die Theorien zu den Geistererscheinungen ausdiskutieren, erinnert es sehr stark an die Kinofilme. Aber auch im Spiel selbst halten sich die Ghostbusters nur selten mit ihren bissigen Kommentaren zurück.

Auch die genialen Originaltitel des Soundtracks sind mit dabei, diese sorgen schon beim Ladebildschirm für entsprechende Stimmung. Im Spiel selbst sind neben gruseligen Umgebungsgeräuschen, vor allem die Soundeffekte der Protonenpacks und Geister zu hören. Auch an dieser Stelle gibt es nichts zu meckern, alles trägt zur authentischen Ghostbusters Stimmung bei.

Musik und Soundeffekte werden auf Wii spärlicher eingesetzt, wodurch das Spiel einiges von seiner Atmosphäre verliert. Aus diesen Gründen wirkt die ganze Spielwelt sehr viel lebloser. Am meisten enttäuschen aber die blechern klingenden Videosequenzen.


Singleplayer ( 10 / 10 ):

Gleich vorweg, das Spiel bietet einen Spielspaß für Ghostbusters Fans, wie es selten Spiele zu bekannten Marken schaffen. Nicht nur, dass es viele Referenzen auf die zwei Filme gibt, das Spiel erzählt von Anfang bis Ende eine interessante Geschichte und verpackt diese in ein abwechslungsreiches Leveldesign.

Zwar sind die Level sehr linear aufgebaut, dies stört aber nicht, da der Spieler durch die erzählte Geschichte sinnvoll durch die einzelnen Abschnitte geführt wird. Auch ändern sich die Räumlichkeiten oft. Das Hotel besteht zum Beispiel aus Empfangshalle, Küche und den einzelnen Etagen. Zusätzlich spielt ein Teil in der Parallelwelt der Geister. Jeder Abschnitt sieht anders aus und birgt neue Überraschungen.

Im Gegensatz zu den Filmen ist das Spiel aber deutlich actionbetonter. Einerseits gibt es die normalen Geister, welche mit Hilfe der Protonenpacks und Fallen eingefangen werden müssen. Andererseits gibt es Schwarmgeister, welche in Gruppen auftreten und bei Beschuss schon vernichtet werden. Diese sorgen aber für ein deutlich hektischeres Spielgeschehen, da diese oft mit den normalen Geistern angreifen und bekämpft werden müssen.

Der einzige Kritikpunkt findet sich an einem Teil der Steuerung. Das Ausweichen gestaltet sich sehr schwierig. Dazu muss eine Taste gedrückt werden, worauf der Charakter vom Laufen ins Rennen wechselt. Da dieser jedoch nur sehr zeitversetzt losrennt und sich dazu noch die Kamera in Laufrichtung dreht, ist es fast unmöglich schnell auf Bedrohungen zu reagieren. Vor allem ein Endgegner wird dadurch sehr schwierig, da der Spieler bei einem Treffer nur schwer weiteren Attacken ausweichen kann.

Geht ein Ghostbuster durch zu viele Attacken der Geister zu Boden, kann er durch Hilfe seiner Kollegen wieder auf die Beine gebracht werden. Liegen alle Mitglieder der Gruppe am Boden, muss wieder vom letzten Checkpunkt gestartet werden. Diese liegen zwar oft weit auseinander, mit ein bisschen Übung ist aber jede Herausforderung zu schaffen, so dass kein Frust aufkommt.

Im Großen und Ganzen entspricht die Version für die Wii der XBox 360 Fassung. Auf der Wii erscheint die Story aber etwas beschnitten und verkürzt worden sein. So fehlt zum Beispiel das Trainingslevel komplett und die weiteren Level sind kleiner geworden und haben weniger Außenbereiche.

Die an die Wiimote angepasste Steuerung funktioniert recht gut, auch wenn manche der Tasten nur mühsam zu erreichen sind. So liegt das Umschalten der verschiedenen Protonenstrahlen auf dem Steuerkreuz. Die richtige Ausrüstung anzuwählen ist dadurch sehr umständlich.

Während mit dem Nunchuk gelaufen wird, dient die Wiimote zum Zielen. Beim Einfangen der Geister wird die Wiimote hin und herbewegt, bis die Geister in der Falle sind. Im Gegensatz zur XBox 360 geht dies viel einfacher vonstatten. Insgesamt ist das Gameplay viel langsamer und ruhiger geworden.

Eine nette Option ist die Möglichkeit auch eine Frau als Spielercharakter wählen zu können.


Multiplayer ( 7 / 10 ):

Leider stehen im Multiplayer auf XBox 360 nur zusätzliche Vier-Spieler Modi zur Verfügung. Kooperatives Spiel ist Fehlanzeige. Zur Auswahl stehen verschiedene Szenarien, wie Survival, wo die Spieler möglichst lange gegen Horden von Gegner überleben müssen, Geisterjagd auf Zeit oder diverse andere Aufgaben. Für bestimmte Aktionen, wie Geister einfangen, bekommt der Spieler Geld auf sein Konto. Je nach Verdienst in seiner Spielerkarriere wird er dann entsprechend in der Rangliste eingeordnet.

Zwar ist der Mehrspielerpart durchaus nett zu spielen, für mehr als einen kurzen Zeitvertreib reicht es aber dann nicht. Schade, denn gerade im kooperativen Modus wäre das Spiel ein Knaller gewesen.

Diesen Wunsch erfüllt die Wii, dort gibt es kooperatives Spielen, aber dafür die zusätzlichen Modi nicht. Leider leidet die Übersicht durch den geteilten Bildschirm, was die eh schon verwaschene Grafik noch schlechter erkennbar macht. Dafür macht das Spiel aber deutlich mehr Spaß als alleine.

Bei der Xbox One Remastered, wurde der Multiplayer herausgestrichen.


Fazit:

Wer sich schon immer gewünscht hatte, mal mit einem unlizensierten Protonenstrahler seine Umgebung zu Kleinholz zu machen, wird einen Heidenspaß haben. Für mich eines der besten Spiele, welches ich seit langem gespielt habe. Die Wii Version ist klar im Nachteil und ist nur für kooperatives Spiel zu empfehlen. In diesem Sinne: Who ya gonna call ? GHOSTBUSTERS

Die Remastered Version bietet das gleiche Spiel mit verbesserter Grafik, welche trotzdem sichtbar gealtert ist. Aus heutiger Sicht trägt auch das Spielprinzip nicht mehr so gut und die Steuerung nervt. Kann man noch spielen, macht aber bei weitem nicht mehr die Laune wie zu 360 Zeiten.


Wertungsübersicht:

System: XBox 360
Grafik: ( 8 / 10 )
Sound: ( 9 / 10 )
Singleplayer: ( 10 / 10 )
Multiplayer: ( 7 / 10 )
Spieldauer: Durchgespielt
System: Wii
Grafik: ( 5 / 10 )
Sound: ( 7 / 10 )
Singleplayer: ( 6 / 10 )
Multiplayer: ( 8 / 10 )
Spieldauer: Intensiv
System: XBox One
Grafik: ( 6 / 10 )
Sound: ( 9 / 10 )
Singleplayer: ( 7 / 10 )
Multiplayer: ( - / 10 )
Spieldauer: Angespielt
 

Bilderstrecke

Wii
Remastered XBox One
 

Gameplay Video XBox 360



Gameplay Video Wii



Gameplay Video Wii Splitscreen



Gameplay Video XBox One Remastered