Obwohl Ghostbusters - The Videogame zeitgleich mit den Versionen für die stationären Konsolen herauskam, ist es ein komplett anderes Spiel.
Die grundlegende Story und die Orte an denen das Abenteuer spielt, sind zwar identisch, aber das Spielprinzip unterscheidet sich komplett.
Auch grafisch müssen natürlich Abstriche gemacht werden, was aber hier geboten wird, ist auch einem Nintendo DS unwürdig.
Während der obere Screen nur einige Informationen inklusive eines Bildchens des gerade angewählten Ghostbusters zeigt, wird der untere zur Darstellung der Spielwelt genutzt. Diese ist in 3D Grafik gehalten, was nicht unbedingt die Stärke der Hardware ist. Andere Spiele zeigen aber, dass deutlich mehr als die gebotene dunkle Matschegrafik möglich wäre.
Fast alle Spielabschnitte sind wenig detailliert und sehen sich sehr ähnlich. Grade wenn man die Nebenmissionen spielt, kann man das Elend bald nicht mehr sehen. Da die Kamera starr von oben auf die Spielwelt schaut, wäre schöne 2D Grafik mit einzelnen 3D Elementen sicher die bessere Lösung geworden. Gerade auf dem kleinen Bildschirm wirkt das Erscheinungsbild so abschreckend, dass jede Lust verloren geht.
Ein Lichtblick sind die eigenen Spielfiguren, diese sehen recht knuffig aus und sind auch detaillierter dargestellt. Auch wenn sie durch ihre Größe nicht so einfach zu unterscheiden sind, versprühen sie den Charme der Filme. Dagegen sehen die Geister in ihrer Polygonarmut geradezu gespenstisch schlecht aus.
Eine Besonderheit der DS Version sind noch zusätzliche Fahrsequenzen, wo der Spieler den Ecto-1 durch eine 3D Stadt manövrieren muss, um das Missionsziel zu erreichen. Diese sieht sogar recht gut aus und hat auch einige Details, versinkt aber auch in Dunkelheit und Nebel, um die Fernsicht zu reduzieren. Zwar fahren einige Autos in der Karte herum, aber nicht genug, um der Stadt Lebendigkeit abzuringen.
Gut umgesetzt ist die Titelmusik, die während der Fahrt ertönt. Ganz im Gegensatz zu den Motorengeräuschen, die an die Geister der vergangenen Spieleära erinnern. Soundeffekte gibt es im Spiel kaum, auch während der Missionen ist kaum etwas zu hören.
Highlight sind nur die Songs, die neben dem Titellied im Spiel vorkommen und Stimmung verbreiten. Ansonsten ein Trauerspiel, im wahrsten Sinne des Wortes.
Einige schmissige Songs alleine, reichen leider nicht, um so etwas wie Spielspaß aufkommen zu lassen. Doch zuerst eine kurze Beschreibung des Spielprinzips. Wie bei den großen Brüdern für Xbox 360 und Playstation 3, ist die Story identisch. Eine paranormale Schockwelle fegt über die Stadt, worauf diese von bekannten Geistern aus den Filmen heimgesucht wird.
Der Spieler übernimmt dabei einen der vier Ghostbusters, den Rookie genannten fünften Ghostbuster Anwärter gibt es hier nicht. Auf dem Touchscreen sind auf der rechten Seite Bilder von Peter Venkmann, Ray Stantz, Egon Spengler und Winston Zeddemore. Mit dem Stylus kann der aktive Charakter ausgewählt werden, der Rest läuft artig hinterher.
Als Hublevel funktioniert auch hier die Feuerwehrzentrale, wo sich dem Spieler verschiedene Möglichkeiten ergeben. Im oberen Stockwerk ist die Forschungsabteilung, wo Spengler gegen Geld und eingesammelten Schleim, eine Art zweite Währung, verbesserte Ausrüstung entwickeln kann. Mit dieser wird das Geisterjagen einfacher, was in den späteren Spielabschnitten hilfreich wird.
Im Erdgeschoss ist der Schreibtisch der Sekretärin Janine, wo das Spiel gespeichert und verlassen werden kann. Am Ecto-1 kann zusätzliche Ausrüstung für die Einsätze gebunkert werden.
Wichtigster Punkt ist das Whiteboard, wo alle aktuellen Aufträge gelistet werden. Dieses teilt sich auf in Nebenmissionen, die hauptsächlich zum Geld und Schleim verdienen gedacht sind, und der Hauptmission. Während die Nebenmissionen zufällig generiert wirken, folgen die Hauptmissionen grob der Handlung der anderen Spiele. Beginnend mit dem Sedwick Hotel geht die Geisterhatz durch bekannte Schauplätze wie dem Museum. Bibliothekarin, Gozer und Marshmallowman inklusive.
Leider ist die spielerische Qualität eher zum Gruseln. Nach dem Start einer Mission geht es im Ecto-1 zum Einsatzort. Mithilfe einer sehr kleinen 3D Karte soll der Einsatzwagen zum Einsatzort geleitet werden. Dieser ist nur am Kartenrand durch ein Fragezeichen markiert, welches grob die Himmelsrichtung anzeigt. Der Weg durch die labyrinthartigen Straßen ist nur durch viel Geduld zu finden, eine komplette Übersichtskarte der Stadt gibt es leider nicht. Ein Zeitlimit macht das Ganze noch stressiger. Ist dieses abgelaufen, gilt die Mission als gescheitert.
Nach einigen frustrierenden Versuchen ist es aber möglich, den korrekten Weg zu finden und den Ecto-1 zum Ziel zu steuern. Bis dahin hat sich der Spieler hoffentlich an die überempfindliche Steuerung des Wagens gewöhnt. Schon der kleinste Druck auf das Digitalkreuz führt zu einer Kehrtwende des Autos. Mit dem Analogstick des 3DS ist es kaum steuerbar, so überempfindlich reagiert der Ecto-1.
Jede Kurve oder Kreuzung wird zur Herausforderung, jede Kollision mit den wenigen Verkehrsteilnehmern oder Gebäuden beschädigt den Wagen. Wenigsten fährt er dann bis zur Reparatur deutlich langsamer, lässt sich also etwas besser steuern.
Am Zielort findet sich ein leuchtender Kreis und durch Tastendruck startet die Mission. Die Nebenmissionen laufen dabei immer nach dem gleichen Schema ab. Einige zufällig erzeugte Räume, welche auffallend leer sind, beherbergen Schleimpfützen und ein oder mehrere Geister.
Die Schleimpfützen lassen sich aufsammeln und können dann zum Kauf von Verbesserungen der Ausrüstung eingesetzt werden. Die Geister fliegen wirr herum und müssen eingefangen werden. Während der ausgewählte Ghostbuster mit dem Digitalkreuz herumläuft, kann mit dem Stylus das Protonenpack auf einen beliebigen Punkt des Bildschirms gerichtet werden.
Kleinere Geister werden durch Beschuss vernichtet. Die Größeren werden betäubt, sobald sich deren Lebenspunkte verringert haben. Mithilfe einer Geisterfalle kann der Gegner dann eingesammelt werden. Und flugs ist die Nebenmission abgeschlossen. Theoretisch können den anderen Ghostbusters einfache Aufgaben zugewiesen werden, aber die automatische Steuerung reicht völlig aus.
Wenn es mal Probleme gibt, dann eher weil Geister einen Angriff besitzen, welcher den gesteuerten Ghostbuster in Dauerschleife umwirft, was jede Steuerungsmöglichkeit unterbindet. In diesem Fall reicht es aber, auf einen anderen Ghostbuster zu wechseln. Notfalls kann der ausgeknockte Kamerad auch wieder geheilt werden. Auch wenn das zu Anfang noch ganz lustig ist, killt die mangelnde Abwechslung schnell jegliche Motivation.
Die Hauptmissionen bieten da etwas mehr Wert, da es noch zusätzliche Aufgaben gibt. Diese sind im Endeffekt aber auch einfach zusammengefasst. Töte Geister, gehe an Stelle A, sammle etwas auf, gehe an Stelle B und löse Aktion C aus. Durch die besonderen Gegner sind sie aber zumindest interessanter und abwechslungsreicher.
Dabei helfen auch die kleinen Texteinblendungen welche die einzelnen Abschnitte der Missionen beschreiben. Sprachausgabe gibt es leider keine, auch nicht in den sehr kurzen Videosequenzen.
Die schlechte Steuerung, das seichte und planlose Spielprinzip und die technische Umsetzung verschrecken jeglichen Spielspaß, so dass die Spieler schneller flüchten als ein Geisterjäger aus einer Bibliothek. Im Gegensatz zu den Versionen für die stationären Konsolen gehört dieses Gruselstück in das Geistergefängnis im Keller. Hoffentlich lässt es Walter Peck nie wieder heraus.