Hellblade - Senua's Sacrifice

Getestetes System: PS4
Weitere Systeme: -
Kategorie: Action Adventure
VÖ: 2017
Entwicklungsstudio: Ninja Theory
Publisher: 505 Games
Alterseinstufung: 16+
   
Test von: Hermann
Version: (D)
Spracheinstellung: Englisch


Beschreibung

Unzählige Stimmen im Kopf, ein Besuch im Reich der Toten und der eiserne Wille den Geliebten wieder zu den Lebenden zu holen. Dies beschreibt Senua, eine Kriegerin einer vergangen Zeit voller Mythen.

Zu Spielbeginn findet sich diese auf einem Einbaum wieder, mit welchem sie durch eine nebelige See rudert. Nach kurzer Zeit erreicht sie eine düstere Küste die zu Helheim, dem Land der Toten, gehört. Zahlreiche Stimmen reden wirr in ihrem Kopf durcheinander und erzählen dem Spieler ihre Geschichte.


Grafik ( 7 / 10 ):

Helheim ist die meiste Zeit sehr düster dargestellt. Alles liegt im Nebel und wird nur spärlich von Fackeln und einer abgedunkelten Sonne erhellt. Nur selten scheint diese am Himmel und taucht die Landschaft in ein helles und freundliches Licht.

Je nach Spielabschnitt wandelt Senua durch einen weitläufigen Strand mit eher schlecht dargestelltem Wasser, oder durch einen dunklen von Feuern schwach beleuchteten Dschungel. Verfallene Ruinen und totes Gehölz prägen diese Bereiche.

Diese sind sehr stimmungsvoll umgesetzt und passen zur Vorstellung von Helheim die dem Spieler zu Beginn erzählt wurde. An einigen Stellen fällt jedoch die nicht vorhanden Weitsicht auf, in der Ferne gibt es nur verwaschene Andeutungen von Landschaft oder eine graue Nebelwand.


Sound & Musik ( 8 / 10 ):

Der triste Look wird auch akustisch betont. Die meiste Zeit hört man wild durcheinander Stimmen die zu Senua reden oder das Erlebte kommentieren. Auch Senuas Geschichte wird von den ihnen weitererzählt.

Sie reden nicht nur wild durcheinander, manche von Ihnen klingen als stünden sie kurz vor dem Wahnsinn. Oder auch schon ein gutes Stück weiter. Schön ist daß die wichtigen Erzählungen sowohl durch deutliche Sprache, als auch durch höhere Lautstärke, gut zu verstehen sind. Unwichtigere Kommentare gehen dagegen öfters mal im Hintergrund unter.

Die wenige Musik und die Soundeffekte bleiben dagegen kaum im Gedächtnis, weder im Positiven noch im Negativen. Hervorzuheben ist die tolle Musik im Abspann.


Singleplayer ( 6 / 10 ):

Im ersten Eindruck erinnert Senua's Sacrifice an ein beliebiges Action Adventure. Der Spieler läuft durch eine sehr lineare Landschaft in der kaum etwas passiert. An wenigen Stellen tauchen Gegner aus dem Nichts auf, wobei Senua automatisch ihre Waffe zieht.

Ist ein Gegner besiegt, tauchen automatisch der oder die nächsten Feinde auf bis der Kampf zu Ende geht. Senua kann sich dabei mit einem schnellen und leichten Schlag, oder einem langsamen und schweren zur Wehr setzen. Zusätzlich kann sie noch Blocken oder Ausweichen.

Die sehr träge Bewegung im Kampf und die schlecht reagierende Steuerung machen dies jedoch zu einem eher nervigen Spielelement. Spannung und das Erlernen von Taktiken sind fehlt am Platz, genervtes Button drücken und verzweifelte Ausweichversuche prägen den Kampfablauf. Vor allem gegen mehrere Gegner ist ziemlich nervig, das Senua immer auf einen Gegner eingeloggt ist und damit automatisch in dessen Richtung schaut. Freie Bewegung ist damit sehr eingeschränkt, bei mehreren Gegnern wird man hilflos zwischen diesen eingepfercht. Ausweichen oder Davonlaufen ist dann kaum noch möglich.

Bei zu vielen Treffern wird Senua zuerst langsamer und bleibt irgendwann betäubt liegen. Durch eiliges Knöpfchendrücken kann der Spieler sie aber wieder auf die Beine bringen. Das verstärkt das Gefühl einfach nur wild auf dem Controller herumzudrücken.

Eine große Hilfe, vor allem in den wenigen Bosskämpfen, ist der Fokus. Während dieser normalerweise bei den Rätseln benutzt wird, heilt er im Kampf und verursacht eine Art Zeitlupeneffekt in dem der Spieler gefahrlos Schläge austeilen kann.

Das zweite große Spielelement sind die Rätsel um im Spiel weiterzukommen. Einzelne Abschnitte sind durch große Tore verschlossen. Auf diesem findet sich ein Symbol das Senua jetzt in der Umgebung suchen muß. Findet sie es und fokussiert den Blick darauf, öffnet sich der Durchgang.

Wie zu erwarten ist es schon beim zweiten Rätsel nicht mehr so einfach die Symbole zu finden. Entweder muß man zu einem bestimmten Punkt in dem Bereich gelangen, oder es gilt das Symbol aus mehren Teilen zusammenzusetzen welche in einer Reihe in Blickrichtung ausgerichtet werden müssen.

Zusätzlich gibt es noch verschiedene Elemente die alles etwas kniffliger machen. So hat der erste Abschnitt magische Tore, werden diese in einer Richtung durchschritten, verändern sich einzelne Elemente der Umwelt. So sieht man zum Beispiel einen Balken über einer Schlucht nur beim Blick durch den Torbogen. Durchreitet man diesen, ist der Balken auch in der Spielwelt vorhanden.

Durch die Kombination dieser Elemente, sind die Rätsel schon etwas anspruchsvoller. Oft lassen sie sich aber auch durch einfach erkunden und ausprobieren lösen. Im Gegensatz zum Kampfsystem, machen diese aber Spaß und motivieren den Spieler.

Mehr Spielmechanismen werden leider nicht geboten, das wichtigste Element ist die Story und die Inszenierung über die Stimmen in Senuas Kopf. Leider reicht das nicht um vom eher faden Spielprinzip abzulenken. Die schlechte Steuerung ist ein weiterer Negativpunkt der stark am Spielspaß nagt.


Multiplayer ( - / 10 ):

Nicht vorhanden.


Fazit:

Nach der ganzen positiven Berichterstattung waren die Erwartungen bei mir recht hoch, leider schafft es das Spiel nicht diese zu erfüllen. Ignoriert man die etwas konfuse Story und Darstellung, bleibt ein recht abwechslungsarmes Actionspiel mit wenigen Rätseleinlagen und einer frustrierenden Steuerung in den Kämpfen. Zuwenig um wirklich zu begeistern, auch wenn die ungewöhnliche Idee einen interessanten Eindruck erweckt.


Wertungsübersicht:

System: PS4
Grafik: ( 7 / 10 )
Sound: ( 8 / 10 )
Singleplayer: ( 6 / 10 )
Multiplayer: ( - / 10 )
Spieldauer: Durchgespielt
 

Gameplay Video