Lego City Undercover

Getestetes System: WiiU
Weitere Systeme: -
Kategorie: Action Adventure
VÖ: 2013
Entwicklungsstudio: TT Games
Publisher: Nintendo
Alterseinstufung: 6+
   
Test von: Hermann
Version: (D)
Spracheinstellung: Englisch


Beschreibung

Nach zwei Jahren Abwesenheit kommt Chase McCain per Schiff zurück nach Lego City, nur um blindlings im nächsten Abenteuer zu landen. Als er von Board geht erwartet ihn schon die Bürgermeisterin und erzählt, dass sein alter Erzfeind Rex Fury ausgebrochen sei und sich wieder in Lego City herumtreibt. Diesen hatte Chase ins Gefängnis gebracht, weswegen Rex auf Rache aus ist.


Grafik ( 7 / 10 ):

In typischer Lego-Grafik wird diese Geschichte in einem kurzen und witzigen Video erzählt. Auch die Spielwelt ist aus den berühmten Bausteinen aufgebaut. Legofiguren wandeln durch die belebten Straßen, während Legofahrzeuge in diesen unterwegs sind. Und ja, alles ist Lego. Das Wort Klemmbausteine muss hier nicht benutzt werden.

Der Spieler kann Lego City frei erkunden, entweder zu Fuß oder per Fahrzeug. Wie beim Vorbild GTA, kann der Spieler dabei andere Fahrzeuge rammen oder die Umgebung zerstören. Als witziges Detail fliegen dabei Legoteile anstatt Trümmer durch die Gegend. Je mehr Schaden ein Fahrzeug abbekommt, desto weniger Teile bleiben. Zuerst geht das Dach verloren, bis Chase am Ende nur noch auf dem offenen Fahrwerk sitzt.

Der gewählte Grafikstil kaschiert, dass oft Details fehlen. In Bereichen mit wechselnder Landschaft, wie zum Beispiel beim Wechsel aus der Stadt aufs Land, werden deutlich sichtbar die Texturen nachgeladen. Trotzdem ruckelt die Grafik an einigen Stellen sehr stark. Gerade außerhalb der Stadt ist dies auffallend, stört den Spielspaß aber wenig.

Die Charaktere sind sehr witzig animiert. An vielen Stellen zeigt sich, wie viel Aufmerksamkeit und Liebe ins Spiel gesteckt wurde. So mag vieles grafisch nicht auf dem Stand der Technik sein, macht dies aber durch viele kleine grafische Besonderheiten wieder wett. Ist Chase auf dem Weg zum nächsten Ziel, gibt es statt einer langweiligen Linie auf der Straße, eine Spur aus Legosteinchen als Navigationshilfe.


Sound & Musik ( 6 / 10 ):

Die grafische Schlichtheit kann man sicherlich noch auf die Hardware der WiiU schieben, das fast komplette fehlen von Musik aber nicht. Während der Spieler in einem GTA aus vielen und sehr guten Radiosendern auswählen kann, gibt es in Lego City anscheinend kaum Musikliebhaber. Anders kann einem die fast komplette Abwesenheit der Musik in der offenen Spielwelt nicht einleuchten. Diese ertönt nur bei Missionen, wobei es sich dabei meistens um kurze und sich wiederholende Stücke handelt.

Dafür gibt es aber viele Umgebungsgeräusche in der Stadt, wobei man auch hierbei Besseres gewohnt ist. Wenigstens sind die englischen Sprecher ziemlich gut. Passend zu den leicht übertriebenen Stereotypen, sprechen sie auch in einem passenden Tonfall, ohne jedoch ins Lächerliche abzugleiten.

Schrecklich klingen die Fahrzeuge. Wie bei alten 8-Bit Computern gibt es bei der Maximalgeschwindigkeit nur noch ein eintöniges Geräusch zu hören, welches mehr nach kaputtem Föhn als nach Auto klingt.


Singleplayer ( 7 / 10 ):

Viele dieser technischen Probleme kann der Spielwitz wieder gut machen. Ähnlich den bisherigen Legospielen ist die Story voller Anspielungen. Lego bleibt auch den übertriebenen und witzigen Charakteren treu und viele Klamaukeinlagen lockern das Spiel auf. Oft ist es kindischer Humor, etwa wenn eine Legofigur plötzlich in Unterhosen dasteht. An vielen Stellen werden aber auch Erwachsene gut bedient. Etwa wenn einem Gangster auf einmal sein weißes Streichelkaninchen an die Gurgel sprint.

Das ist natürlich völlig unblutig inszeniert. Auf rohe Gewalt wird weitgehen verzichtet, selbst in Kämpfen wirft Chase seine Gegner nur auf den Rücken um sie dann mit Handschellen zu verhaften.

Abseits der Missionen gibt es in der großen, aber nicht riesigen Spielwelt einiges zu entdecken. Zuallererst liegen überall Legosteine herum, welche eingesammelt werden können. Runde Steine dienen als Währung, um sich Verkleidungen oder Fahrzeuge kaufen zu können. Eckige Steine dienen als Baumaterial für bestimmte Aufgaben in der Welt.

Im Spielverlauf gibt es einige Verkleidungen automatisch, da diese auch besondere Fähigkeiten mit sich bringen. Andere sind rein optional und dienen eher als Sammelitems.

Mithilfe der besonderen Fähigkeiten lassen sich nicht nur geheime Räume betreten, um extra Belohnungen zu bekommen, sie sind auch für die Missionen wichtig.

Diese werden auf der Karte der Spielwelt angezeigt, welche auf das WiiU Pad gelegt wurde. So beginnt eine neue Mission meistens mit einem Videoanruf. Mit Berührung des Icons auf dem Touchscreen, wird dieses gestartet. Ein kleines Bild des Anrufenden wird dabei angezeigt, die Stimme kommt aus dem Lautsprecher des Pads.

Danach erscheint das Missionsicon auf dem Tablet und kann angeklickt werden, wodurch auf dem Fernseher die Navigationshilfe eingeblendet wird. Wie schon weiter oben angesprochen, besteht diese aus kleinen Legosteinchen. Bei Ankunft im Zielbereich wird die Mission dann gestartet.

Im Gegensatz zu den GTA Spielen, gibt es aber immer nur einen Missionstrang. Auch Nebenmissionen sind Fehlanzeige. Das ganze Spiel ist sehr linear aufgebaut, was aber den Spielfluss eher fördert.

In einem Fall muss Chase einen Tempel betreten. Als Polizist kann er dann mithilfe seines Kletterhakens eine Leiter herablassen. Ein Stockwerk höher gibt es dann Legoaufbauten zu zerstören, um die Steine neu zu sortieren und zusammenzubauen. Die dabei entstandenen Maschine kann benutzt werden und produziert eine Fackel.

Diese kann Chase aber nur aufnehmen, wenn er das Minenarbeiterkostüm trägt, glücklicherweise kann über den linken Trigger schnell zu diesem gewechselt werden. Mit der Fackel geht es dann ein Stück weiter, wo etwas angezündet werden muss. Das Ergebnis ist eine geöffnete Kiste, welche eine kleine Feuerwerksrakete freigibt.

Am Ende der Rätselkette besitzt Chase genug Steine, um etwas im Tempel zu erbauen, worauf am Ende der Weg in einen weiteren Spielabschnitt frei wird. Keines der Rätsel ist dabei wirklich herausfordernd, hält aber trotzdem bei Laune. Dafür sorgen auch die abwechslungsreichen Verkleidungen die sich im Laufe des Spiels finden lassen, womit auch immer neue Fähigkeiten dazukommen.

Um durch die offene Spielwelt zu kommen, gibt es unzählige Fahrzeuge. Wie in GTA können diese einfach geklaut werden, oder Chase zieht die Fahrer aus dem Fahrzeug. Natürlich auch hier völlig gewaltlos. Er klaut ja nicht, sondern leiht sich das Vehikel für einen Polizeieinsatz.

Die Steuerung ist mangels Analogtrigger des WiiU Pads etwas ungenau, Gas geben und Bremsen ist nicht sehr gefühlvoll möglich. Dafür gibt es eine riesige Auswahl an Fahrzeugen. Schnelle Sportwagen, lahme Familienkutschen, LKW und Limousinen. Selbst Müllfahrzeuge und ein Eiswagen geben sich ein Stelldichein. Am witzigesten ist aber die Möglichkeit sich ein Skateboard oder einen Segway zu klauen. Auch wenn diese Fortbewegungsmittel eher unpraktisch sind.

Werden Gebäude betreten oder Missionen gestartet, nerven die sehr lange Ladezeiten. Da es aber kaum Gebäude gibt, relevant ist eigentlich nur die Polizeiwache, fällt das nicht so ins Gewicht. Neben den Hauptmissionen gibt es auch nicht viel zu erledigen. Einige Zeitrennen mit Autos oder Boden sind zu absolvieren. Oder kurze Parkourabschnitte, welche aber aus einzelnen Missionen recycelt wurden.

Dafür gibt es überall in der Welt Legosteine aufzusammeln, welche in der Spielwelt versteckt sind. Wer durch die 14 Kapitel durch ist, kann sich damit noch lange beschäftigen. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit, alle optionalen Verkleidungen und Fahrzeuge freizuschalten.

Wirklich unschön sind die zahlreichen Bugs und Abstürze, welche sich aber glücklicherweise alle durch einen Neustart beheben lassen.


Multiplayer ( - / 10 ):

Im Gegensatz zu anderen Legospielen gibt es keinen Mehrspieler Modus.


Fazit:

Auch wenn es technisch besser sein könnte, macht Lego City Undercover eine Menge durch seinen besonderen Stil wett. Selten findet man ein Spiel, wo so viele Kleinigkeiten drinstecken und alles so gut zusammenpasst.

Bei längerer Spielzeit treten aber die nervigen Teile in den Vordergrund und die Story zeigt ihr Längen. Dafür gefällt es mit seinem Humor, der sowohl Groß als auch Klein anspricht.

Legobegeisterte Kinder jeden Alters, werden viel Spaß in der Welt haben. Alle Sammelgegenstände wird aber kaum jemand zusammensuchen.


Wertungsübersicht:

System: WiiU
Grafik: ( 7 / 10 )
Sound: ( 6 / 10 )
Singleplayer: ( 7 / 10 )
Multiplayer: ( - / 10 )
Spieldauer: Durchgespielt
 

Gameplay Video WiiU