Shadow Tactics

Getestetes System: PC
Weitere Systeme: PS4
Kategorie: Echtzeittaktik
VÖ: 2016
Entwicklungsstudio: Mimimi Games
Publisher: Daedalic Entertainment
Alterseinstufung: 16+
   
Test von: Hermann
Version: (EU)
Spracheinstellung: Deutsch


Beschreibung

Während heute zahlreiche Spiele den beliebten Triple-A Rezepten folgen, gibt es doch noch den ein oder anderen Hersteller der den Mut hat aus dem Einheitsbrei auszubrechen. Dazu braucht es nicht einmal unbedingt die revolutionäre Idee, es reicht auch ein vergessenes Spielprinzip aus der Vergangenheit wiederzubeleben.

Fans von Commandos, oder dem Westernableger Desperados, können sich freuen. Endlich gibt es wieder einen würdigen Nachfolger der beliebten Taktikspiele.


Grafik ( 8 / 10 ):

Wie der Titel schon vermuten läßt, spielt sich Shadow Tactics im Japan zur Zeiten der Shogun. Entsprechend wurde auch der Grafikstil gewählt. Die Gebäude sind typische asiatische Tempel, auch wenn der ein oder andere Baustil wohl nicht direkt aus Japan kommen zu scheint. Aber solche Sachen sollten wohl nur Japankennern auffallen. Für den Rest sieht es einfach nur gut aus.

Auch die Gegner tragen die typische Kleidung, oder so wie man sie sich halt vorstellt. Samurai sind klar durch ihre beeindruckenden Rüstungen zu erkennen. Auch wenn es nur wenige Gegnertypen gibt, sind alle klar unterscheidbar.

Alle Spielabschnitte repräsentieren verschiedene Gegenden aus dem japanischen Alltag. So spielt man auf dem Land, in den Bergen, in Städten und Festungen. Jeder Abschnitt bietet etwas Neues und ist liebevoll dargestellt.

Die für das Genre typische isometrische Grafik ist detailliertem dargestellt und frei in alle Richtungen dreh- und vergrößerbar. Dies ist oftmals auch nötig, da Gegner hinter Objekten verborgen sein können. Die eigenen Spielfiguren sind zwar als Schattenrisse zu erkennen, allerdings ist es nur zur Übersicht praktisch. Will man sie zielgenau steuern, muß man die Karte sinnvoll drehen.


Sound & Musik ( 9 / 10 ):

Die englischen Sprecher sind wirklich hervorragend und passen gut zu ihren Charakteren. Der Samurai Mugen spricht mit tiefer und ruhiger Stimme, der alte Mann mit einer hohen Altherrentonlage und mit viel Schalk in der Stimme. Auch die anderen Charaktere haben passende Sprecher.

Die Standardgegner im Spiel haben aber nur kleine Sprechrollen. Für mehr als Alarmrufe und kurze “Wer ist da” Ausrufe reicht es dann doch nicht. Gespräche zwischen Wachen werden meistens nur als Texteinblendung dargestellt.

Die ruhigen japanischen Klänge transportieren hervorragend die Stimmung des Spiels und nerven auch nach längerer Spielzeit nicht. Neben der hervorragenden Grafik tragen sie sehr dazu bei das Setting glaubhaft und interessant zu gestalten.

Die zahlreichen Soundeffekt machen das Erlebnis perfekt, tragen sie doch den letzten Teil zum Puzzle bei. Auch wenn es sich bei den Bewegungs-, Waffen- und Kampfgeräuschen nicht um klangliche Wunder handelt, sind diese jedoch passend und gut umgesetzt.


Singleplayer ( 10 / 10 ):

Wer schon mal Desperados oder Commandos gespielt hat, was vermutlich auf viele potentielle Shadow Tactics Käufer zutrifft, sollte das Prinzip kennen. Auf der Karte starten die Helden an einer oder mehreren Stellen. An einem anderen, meistens schwer zu erreichenden Ort, liegen das oder die Missionsziele.

Zuerst spielt man nur einen einzelnen Ninja, im weiteren Verlauf kommen weitere Charaktere dazu. Je nach Abschnitt spielt man einen oder mehrer davon auf einmal.

Auf der Karte verteilt sind viele Wachen und oft auch Zivillisten unterwegs. Manche stehen an einer festen Stelle, andere patrouillieren auf festen Laufwegen. Ab und zu bleiben sie auch mal zu einem Schwätzen untereinander stehen.

Jede Wache und jeder Zivilist hat einen Sichtkegel. Dieser kann für immer nur eine Person angezeigt werden. Je nach Blickrichtung bewegt sich diese Anzeige, welche in zwei Bereiche unterteilt ist. Im Hauptbereich sind unsere Helden für die Wachen sichtbar, worauf diese nach kurzer Zeit Alarm auslösen.

Der Bereich der nicht komplett einsehbar ist, wird gestrichelt dargestellt. Dies kann zum Beispiel hinter Kisten oder einer Hecke der Fall sein. In diesem Bereich werden die eigenen Spielfiguren nur erkannt wenn sie stehen. Schleichen sie gebückt, bleiben sie unerkannt. Gleiches gilt wenn sie sich auf einer anderen Höhenlinie befinden, also zum Beispiel auf einem Hausdach.

Hinter größeren Hindernissen sind sie für die Wachen nicht sichtbar, Auch können manche Häuser oder andere Verstecke benutzt werden um nicht entdeckt zu werden.

Um zum Ziel zu gelangen gibt es jetzt mehrer Möglichkeiten. Zuallererst kann man natürlich einfach hinschleichen. Dazu kann die Levelarchitektur ausgenutzt werden oder man huscht schnell an einer Wache vorbei während sie gerade mit einem Zivilisten redet oder kurz wegschaut.

Natürlich klappt das nicht in allen Fällen so einfach. Hier helfen die verschiedenen Fähigkeiten. Durch einen Steinwurf können Wachen kurz abgelenkt werden. Das junge Mädchen Yuki kann mit ihrer Flöte sogar manche Gegner weglocken.

Aber auch das hilft oft nicht weiter, da Wachen selten alleine stehen und meistens die Wege von mehreren Gegnern im Blickfeld liegen. Also gibt es noch die Möglichkeit Wachen gezielt auszuschalten. Die unauffälligste Art ist natürlich ein Unfall. Ein geschickt von eine Anhöhe gestoßener Felsbrocken oder ein Karren der ins Rollen gekommen ist. Schon ist ein Gegner aus dem Weg und niemand schöpft Verdacht.

Natürlich klappt das nur selten, also sind andere Taktiken gefragt. Eine Wache einfach so zu töten ist keine gute Idee. Sieht eine andere den Mord, was eigentlich immer der Fall ist, schlägt sie sofort Alarm. Auch wenn eine Patrouille eine Leiche findet, ist ruckzuck das ganze gegnerische Lager in Aufruhr.

Also gilt es gezielt die einzelnen Fähigkeiten zu kombinieren. So kann Aiko eine Wache im Gespräch ablenken wenn sie die passende Verkleidung angezogen hat, Yuki lockt eine weitere Wache in ihre vorbereitete Falle die zuschnappt sobald die Wache darüber läuft. Jeder der fünf Charaktere hat seine eigenen Fähigkeiten, die man auch prima kombinieren kann.

So gilt es gezielt einzelne Gegner aus der Gruppe herauszulösen und ihre Leichen dann in dunklen Ecken verschwinden zu lassen. Durch die so entstanden Lücken kann man dann langsam vorrücken. Dabei unterstützt ein gutes und schnelles Speichersystem, das auch Ausprobieren nicht bestraft.

Und Ausprobieren lohnt sich, da es durch die zahlreichen Fähigkeiten oft mehrere Wege gibt ein Level zu lösen. Je nach eigener Vorliebe kann man auch mit mehr oder weniger Gewalt durchs Spiel kommen. Die meisten Level lassen sich auch ohne Opfer lösen, allerdings muß man dann schon sehr geschickt und klug vorgehen.

Die Steuerung am PC ist logisch aufgebaut und bietet eine durchdachte Mischung aus Maus und Tastatursteuerung bei der viele Funktionen je nach persönlicher Vorliebe benutzt werden können.

So können die Charaktere sowohl über ein kleines Icon, als auch über die Zahlentasten direkt angewählt werden. Per Mausklick schickt der Spieler sie an eine bestimmte Stelle der Karte welche dabei gedreht und verschoben werden kann. Beides funktioniert genausogut über einzelne Tasten.

Eine Pausenfunktion gibt es zwar nicht, aber wirklich hilfreich ist eine Funktion um Aktionen abzuspeichern und dann gleichzeitig auszuführen. Bei zeitkritischen Handlungen ist das sogar unumgänglich. So kann ein Charakter eine Ablenkung starten, während zwei weitere zeitgleich jeweils einen Gegner erledigen. Allerdings kann jede Figur nur eine Aktion speichern, komplette Handlungsketten lassen sich damit nicht machen. Auch das Timing muß man beachten. Sind die eigenen Kämpfer zu weit von ihrem Ziel, müssen sie erst hinlaufen. Im schlimmsten Fall haben die anderen ihre Aktion schon ausgeführt. Natürlich kann man so auch absichtliche Verzögerungen einbauen um Aktionen kurz hintereinander zu starten. Insgesamt bietet dieses System einige taktische Möglichkeiten.

Mit dem Gamepad ist die Steuerung naturgemäß benachteiligt, trotzdem ist sie sehr gut umgesetzt. Allerdings wird es im späteren Spielverlauf dadurch doch deutlich schwieriger. Die einzelnen Buttons sind zwar sinnvoll belegt, trotzdem ist die Steuerung durch die schiere Anzahl an Funktionen oft verwirrend. Auch gehen einige Aktionen deutlich langsamer von Hand als mit Tastatur und Maus. Ausgleichen kann man das aber durch die passende Auswahl der drei Schwierigkeitsgrade.


Multiplayer ( - / 10 ):

Nicht vorhanden


Fazit:

Shadow Tactics ist einfach nur super. Wer auf das japanische Setting steht, Spiele wie Desperados und Commandos mochte und sich schon lange eine Fortsetzung gewünscht hat, kann bedenkenlos zugreifen. Alle anderen sollten zumindest einen Blick riskieren. Die PC Version profitiert deutlich von der Steuerung über Maus und Tastatur, trotzdem ist auch die Konsolenversion empfehlenswert.


Standalone Addon:

Als Standalone DLC benötigt Aikos Choice nicht das Hauptspiel als Voraussetzung. Da es aber zeitlich kurz vor dessen Ende spielt, ist es hilfreich dieses zu kennen. Schon alleine wegen dem fehlenden Turorial fällt der Einstieg sonst schwer. Es gibt zwar eine kurze Zusammenfassung der bisher erlebten Missionen, aber bis auf kurze Tips zur Erinnerung fehlt eine richtige Einführung in das Spielprinzip.

Während der DLC eine neue, kleine Nebengeschichte der fünf Helden erzählt, bietet er spielerisch keine neuen Mechaniken. Dafür gibt es fünf neue Missionen für vergnügliche weitere Stunden, welche auch herausfordernd und interessant gestaltet sind. Da der Preis auch angemessen für das Gebotene ist, können Freunde des Hauptspiels uneingeschränkt zugreifen. Leider ist das Addon nur auf PC erhältlich.


Wertungsübersicht:

System: PC
Grafik: ( 8 / 10 )
Sound: ( 9 / 10 )
Singleplayer: ( 10 / 10 )
Multiplayer: ( - / 10 )
Spieldauer: Durchgespielt
System: PS4
Grafik: ( 8 / 10 )
Sound: ( 9 / 10 )
Singleplayer: ( 9 / 10 )
Multiplayer: ( - / 10 )
Spieldauer: Durchgespielt
 

Bilderstrecke

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