The Witness

Getestetes System: PS4
Weitere Systeme: -
Kategorie: Puzzlespiel
VÖ: 2016
Entwicklungsstudio: Thekla
Publisher: Thekla
Alterseinstufung: 0+
   
Test von: Hermann
Version: (EU)
Spracheinstellung: Englisch


Beschreibung

The Witness ist schon vom Namen her ein verwirrendes Spiel, wer es zum ersten Mal startet erwartet vielleicht ein Horroradventure oder sogar einen Shooter. Aber sicherlich nicht ein reines Knobelspiel.

Aber zurück zum Anfang, genauer gesagt zum Spielbeginn. Der Spieler startet in einem dunklen Raum und betritt nach einigen einfachen Kombinatorikrätseln eine alleinstehende Insel.


Grafik ( 6 / 10 ):

Die aus der Egoperspektive dargestellte Grafik, kann guten Gewissens als zweckmäßig beschrieben werden. In kantiger cellshading Optik präsentiert sich eine von Pflanzen überwucherte Ruine. Ist der Spieler aus dieser entkommen, betritt er die weitläufige Insel. Auch hier ist die Grafik eher mittel zum Zweck, oft dienen grafische Details nur dazu Rätsel zu veranschaulichen oder deren Lösung zu visualisieren.

Gerade wegen der Einfachheit ist der abstrakte Stil sehr gelungen, die Insel wirkt wie ein kleines verlassenen Paradies und lädt zum Erkunden ein. Gibt es Details zu entdecken, lohnt sich genaueres Hinsehen. Kein Detail ist ohne Grund plaziert, oft hilft es bei der Lösung eines Rätsels.


Sound & Musik ( 3 / 10 ):

Bei der akustischen Untermalung sieht es noch minimalistischer aus. Musik gibt es nicht, Umgebungsgeräusche beschränken sich auf Schritte und einfache mechanische Geräusche beim Öffnen von Türen oder Umlegen von Schaltern. Aber auch hier lohnt genaues Hinhören, manche Rätsel verbergen ihre Lösung in den Geräuschen.

Nur ganz selten lassen sich Tonbänder finden, die der Spieler anhören kann. Das vor sich hin philosophieren der Sprecher bringt den Spieler aber nicht weiter. Auch zur Stimmung oder dem Wissen über die Welt tragen die Bandaufnahmen nicht bei.


Singleplayer ( 6 / 10 ):

Alle diese Details gilt es aber erst herauszufinden, eine Erklärung oder Einführung gibt es nicht. Nach dem Start in einem dunklen Raum, findet sich als einziges sichtbares Element eine erleuchtete Schalttafel. Auf ihr findet sich das erste, sehr einfache Rätsel. Mithilfe des Analogsticks muß eine Linie von einem Start- zu einem Endpunkt gezogen werden. Sind beide verbunden öffnet sich eine Türe in den nächsten Raum.

Mit jeder Tafel die der Spieler findet, werden die Rätsel anspruchsvoller. Zwischen Start- und Endpunkt kommen Hindernisse dazu oder es gibt nur eine bestimmte Anzahl von Zügen. Ein anderes Mal müssen zwei Linien spiegelverkehrt gezogen werden, ohne sich gegenseitig in der Quere zu kommen.

Im Laufe des Spiels werden die Rätsel immer komplizierter, verschiedene Herausforderungen werden miteinander kombiniert oder verändert. In einem Bereich werfen Bäume Schatten auf die Tafeln und die Linie darf nur im hellen Bereich gezogen werden. Ist ein Teil davon verborgen, sieht man das Muster vielleicht auf einem nahe gelegenen Stein.

Es ist schon interessant wie viele Ideen und Abwandlungen dieser einfachen Regeln sich die Entwickler ausgedacht haben, alle hier aufzuzählen wäre vergebens und würde auch den Spielspaß ruinieren. Immerhin besteht ein Teil davon erst einmal herauszufinden was genau das Rätsel ist.

Kommt man nicht weiter, lohnt es sich oft die anderen Gegenden zu erkunden. Oft gibt es von einem Rätsel eine einfachere Version, anhand derer es leichter ist herauszufinden worauf man achten sollte. Erklärt wird alles an Beispielen, nicht durch Text oder Videos.

Viele Rätseltafeln sind durch Kabel verbunden und werden erst aktiv wenn die vorherige gelöst ist. Andere öffnen Türen und geben neue Bereiche frei. Sind alle Tafeln eines Gebietes gelöst, wird ein Mechanismus in Gang gesetzt, der einen Lichtstrahl zu einem zentralen Punkt auf der Insel auslöst.

Welchen Sinn und Zweck das ganze hat, wird dabei aber nicht erklärt. Außer dem Erkunden und Lösen der Rätsel gibt es nichts zu entdecken.


Multiplayer ( - / 10 ):

Nicht vorhanden.


Fazit:

Fast ohne jeglichen Text oder Sprachausgabe wird der Spieler von Rätsel zu Rätsel geführt, jedes steigert den Schwierigkeitsgrad oder fügt neue Elemente hinzu. So entsteht aus der anfänglichen Verwunderung schnell ein Sog aus Erkundungsdrang und Neugierde was sich die Entwickler als nächstes ausgedacht haben.

Wer gerne rätselt und auch mal um die Ecke denken will, sollte dem Spiel eine Chance geben. Vieles ist nicht so schwer wie es erscheint, manchmal muß man nur etwas über den Tellerrand schauen und sich darauf einlassen. Ab der Hälfte werden die Rätsel aber extrem schwer und nur die wenigstens werden die nötige Geduld und Intelligenz aufbringen um alle zu knacken.


Wertungsübersicht:

System: PS4
Grafik: ( 6 / 10 )
Sound: ( 3 / 10 )
Singleplayer: ( 6 / 10 )
Multiplayer: ( - / 10 )
Spieldauer: Durchgespielt
 

Gameplay Video